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Betriebsratswahlen an der Saar haben begonnen

Es könne schon mal „recht rumpelig werden“ und auch das Betriebs-Klima in Konfliktfällen angespannt sein, sagt Dietmar Geuskens, Landesbezirksvorsitzender Saar der Gewerkschaft IG BCE. Betriebsräte müssten daher „Persönlichkeiten mit Durchhaltevermögen und viel Fachwissen sein, die selbstbewusst die Interessen der Arbeitnehmer vertreten, zugleich auch Einfühlungsvermögen für Anliegen der Unternehmensleitung zeigen“, so Geuskens. In Krisen müssten alle Seiten gemeinsam nach innerbetrieblichen Antworten suchen. Deshalb sieht Geuskens die Zusammenarbeit zwischen Betriebsrat und Unternehmensführung heute eher als partnerschaftlich an. „Die Vorstellung, dass Betriebsräte die rote Fahne schwenken und auf die Blechtrommel hauen, ist von gestern.“ Ohne Betriebsräte sei weder der sozialverträgliche Abbau von Arbeitsplätzen im Bergbau möglich gewesen, noch die Wiederaufstellung von Saargummi. Die IG BCE nimmt in 76 Betrieben an Betriebsratswahlen teil: von V&B bis zu Fresenius, Hager und Michelin.

Robert Hiry, erster Bevollmächtigter der IG-Metall-Verwaltungsstelle Völklingen, verweist darauf, dass Betriebsräte zur Sicherung der Arbeitsplätze, der Schichten und der Auslastung des Ford-Werks Saarlouis beigetragen haben. Auch die Rückkehr der Produktion des C-Max gehe auf die Mitwirkung des Betriebsrates und der IG Metall zurück. In der Dillinger Hütte sei es gelungen, den Vorstand in seinem Tempo beim Personalabbau auszubremsen. Arbeitnehmer-Vertreter müssten grundsätzlich vor Kündigungs-Fällen angehört werden, bei anstehendem Personalabbau, Versetzungen, aber auch Neueinstellungen oder dem Einsatz von Leiharbeitnehmern. „Arbeitnehmer sind so vor Willkür geschützt“, betont Hiry. Die IG Metall-Verwaltungsstelle Völklingen stellt in 60 Betrieben Kandidaten auf. Vor vier Jahren lag die Wahlbeteiligung bei 88 Prozent. Kurt Hau, stellevertretender Landesvorsitzender von Verdi, verweist auf Betriebsratswahlen in 13 Fachbereichen: vom Öffentlichen Dienst bis zur Telekommunikation und der Post. Hau sieht eine wachsende Notwendigkeit von Betriebsräten. In einer globalen Welt drängten immer mehr US-Unternehmen mit anderen Führungsstrukturen nach Europa vor, denen Mitbestimmungs-Modelle wie in Deutschland unbekannt seien. Entsprechend rücksichtslos träten viele Chefs auf.

Die ersten Betriebsratswahlen innerhalb der IG-Metall-Verwaltungsstelle Saarbrücken stehen in der kommenden Woche bei ZF und Saarstahl an. Deren zweiter Bevollmächtigter Patrick Selzer hält die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie für ein großes Thema der neu gewählten Betriebsräte. Mit die größten Probleme hätten Alleinerziehende, die Teilzeit arbeiten wollen. Und Betriebsangehörige, die pflegebedürftige Angehörige haben. Die IG-Metall-Verwaltungsstelle Homburg sieht die neuen Betriebsräte bei Bosch in Homburg und Alstom in Bexbach gefordert, weiteren Abbau von Arbeitsplätzen zu verhindern.

Die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) tritt erstmals auch bei Center Parks am Bostalsee an. Einer Informations-Veranstaltung sollen im Mai Betriebsratswahlen folgen, so NGG-Landeschef Marc Baumeister. Problemlos laufe die Zusammenarbeit mit SV Business Catering, das bei Ina Schaeffler in Homburg tätig ist, ebenso mit Nestlé Wagner. Schwierig sei die Gründung von Betriebsräten in Hotels. Hier würden oft Arbeitszeiten nicht eingehalten oder Auszubildende wie vollwertige Arbeitskräfte eingesetzt. Die NGG will als Nächstes einen Betriebsrat bei der Victors-Gruppe gründen.
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