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Betrüger beißt Mann

Horst-Peter Schäfer

Horst-Peter Schäfer

Seit gut acht Monaten fallen an Einkaufsmärkten im Köllertal immer wieder junge Betrüger auf, die angeblich Spenden sammeln, aber das Geld in die eigene Tasche stecken – aktenkundig wurde im Juli eine Gruppe im nahen Frankreich gemeldeter Rumänen, ob es sich jedoch immer um die gleichen Betrüger handelt, ist nicht gesichert, zumal die selbe Masche auch in anderen saarländischen Städten und Gemeinden praktiziert wird.

Am Mittwoch wurden nun zwei Männer auf dem Parkplatz des Wasgaumarktes in Riegelsberg verletzt, die gegen das Gebaren der „Spendensammler“ einschreiten wollten. Wie die Polizei berichtet, hatte gegen 11.30 Uhr eine Gruppe „Sammler“ eine Frau bedrängt, ihnen doch eine größere Summe zu geben, nachdem die Frau bereits bereitwillig Geld gegeben hatte. Zwei Männer eilten der Frau zur Hilfe. Es entwickelte sich ein Streit, der in eine „tätliche Auseinandersetzung mündete“, heißt es im Polizeibericht: „Die zu Hilfe geeilten Zeugen wurden getreten, in die Hand gebissen und auch mit einem Kugelschreiber in den Handrücken gestochen“, dann flüchteten die die Täter mit einem dunklen Audi A4 mit französischen Kennzeichen.



Bereits am 23. Juli hatten Beamte der Polizeiinspektion (PI) Köllertal, nach einem Hinweis aus der Bevölkerung, einen mit fünf Personen besetzten dunkelblauen Peugeot mit dem französischen Kennzeichen BP-226-F3 gestoppt. Es handelte sich um professionelle rumänische Betrüger . Geld war in einer Kopfstütze und Unterschriftenlisten unter Sitzbänken versteckt. Polizeihauptkommissar Horst-Peter Schäfer, Leiter der PI, der selbst bei dem Einsatz dabei war, berichtet: „Wir können die Leute nicht festnehmen und dauerhaft inhaftieren, da das Delikt der betrügerischen Spendensammlung für diese Maßnahme nicht ausreicht. Das heißt: Wir mussten die ertappten Betrüger ihrer Wege ziehen lassen.“

Auch am 26. November erwischte die Polizei nach Hinweisen sechs Betrüger , die mit gefälschten Spendenlisten in Riegelsberg und Heusweiler „für Behinderte“ gesammelt hatten. Es handelte sich ebenfalls um Osteuropäer, gegen die Strafverfahren wegen Betrugs eingeleitet wurden.

Schäfer schildert, wie solche Banden vorgehen: Die Fahrer setzen die Sammler nahe eines Geschäftsparkplatzes ab und parken ihr Auto so, dass sie jederzeit blitzschnell abhauen können. Die jungen Leute im geschätzten Alter zwischen 16 und 20 Jahren nähern sich meistens im Laufschritt ihren „Opfern“, gestikulieren und zeigen vorbereitete Spendenlisten, um Geld zu bekommen. Und zwar möglichst dann, wenn die Angesprochenen mit dem Aus- oder Einsteigen beschäftigt sind. Dank der Vernetzung mit dem im Auto wartenden Fahrer können die „Spenden“-Sammler jederzeit warnen, wenn eine angesprochene Person mit der Polizei droht. Wie beobachtet, stehen immer zwei Personen „Schmiere“, um die Übrigen zu warnen, wenn sich ein Polizeiauto nähert.

Schäfer rät, dass Bürger, die von Betrügern angesprochen werden, diese am besten links liegen lassen und keinesfalls mit dem Zücken des Geldbeutels eine Spendenbereitschaft signalisieren. Zudem sollten sie sich die Gesichter und die Bekleidung der Sammler einprägen und umgehend die Polizei verständigen.

Hinweise an die Polizei unter Tel. (0 68 06) 9 62 33 oder (0 68 06) 91 00.

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