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Betrug? Durchsuchung beim ADAC Saarland

Saarbrücken. Wirtschaftskriminalisten haben gestern auf richterliche Anordnung die Büros von zwei Rechtsanwälten (42 und 44 Jahre alt) in Saarbrücken und Neunkirchen sowie die Zentrale des ADAC Saar am Saarbrücker Staden durchsucht. Dies bestätigte Thomas Reinhardt, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Saarbrücken, auf Anfrage unserer Zeitung. Gegen die Anwälte und Verantwortliche des ADAC Saar, der über 250 000 Mitglieder zählt, wird wegen Verdachts des gemeinschaftlich begangenen Betrugs ermittelt.

Hintergrund ist ein Immobiliengeschäft. Der ADAC hat im August 2012 das Gebäude des insolventen Dolmen-Verlags (Findling) in der Untertürkheimer Straße in Saarbrücken für knapp eine Million Euro ersteigert, um dort seine neue Geschäftsstelle einzurichten. Im Vorfeld der Zwangsversteigerung wurde bereits mit einem Gläubiger, der über Grundpfandrechte verfügte, ein notarieller Vertrag (Ausbietungsgarantie) geschlossen und 1,5 Millionen Euro an ihn gezahlt. Bei dem Gläubiger handelt es sich um einen Anwalt, der lange Jahre Geschäftsführer des Verlages war. Der eigentliche Versteigerungserlös von knapp einer Million Euro floss wohl nicht mehr. Nach einer anonymen Anzeige und einer Strafanzeige von Dolmen-Insolvenzverwalter Oliver Boghossian schaltete sich die Staatsanwaltschaft wegen möglichen Betrugs zum Nachteil der Insolvenzmasse ein. In diesem Zusammenhang laufen auch mehrere Zivilprozesse.

ADAC-Justiziar Hans-Jürgen Gebhardt sagte: „Wir kooperieren mit der Staatsanwaltschaft. Alle Unterlagen wurden freiwillig ausgehändigt.“ In der Immobilienangelegenheit seien alle Verträge notariell beurkundet. Der Ex-Dolmen-Geschäftsführer und Anwalt wies die erhobenen Vorwürfe als „haltlos“ zurück. mju
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