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Betrug: St. Ingberter Kaufmann angeklagt

Saarbrücken. Seit Anfang Juli dieses Jahres steht ein St. Ingberter Unternehmer mit Doktortitel wegen Millionenbetruges vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts. Als Inhaber mehrerer alteingesessener Firmen aus der Büromaschinen- und EDV-Branche soll sich der 54- Jährige mit gefälschten Leasingverträgen bei diversen Banken Kredite in der Größenordnung von 20 Millionen Euro erschwindelt haben. Dazu soll er den Banken gefälschte Leasingverträge vorgelegt haben. Auf einem sei sogar das Dienstsiegel der Gemeinde Saarwellingen gefälscht worden. Doch es wurden keine Bürogeräte geliefert, wie die Dokumente angeblich bezeugen sollten. Dem Angeklagten sei es nur um Kredite für die vorgebliche Refinanzierung gegangen, heißt es in der Anklage. Der größte Teil der erschwindelten Beträge ist bis heute unauffindbar oder dem Zugriff der Gläubiger entzogen.

Luxusautos im Besitz des Angeklagten wurden beschlagnahmt. Ein weiterer Teil des Geldes soll in Immobilien stecken. So soll beispielsweise die Miete für eine Wohnung für zehn Jahre im Voraus bezahlt worden sein. Damit ist sie für die Gläubiger faktisch wertlos. Die Verteidigung zielt darauf ab, die Höhe des Schadens klein zu rechnen. Andererseits wird eine Mitschuld der Gläubiger vermutet, einerseits durch großzügiges Durchwinken der Kreditanträge, andererseits durch „Klimapflege“ bei den Mitarbeitern.  Gestern sagte ein Zeuge aus, er habe im Auftrag des Angeklagten das undichte Dach bei einem Mitarbeiter der Leasingbank repariert und bei der Gelegenheit eine Kuvert mit Bargeld in Höhe von 10 000 Euro übergeben.



In seiner ersten Aussage hatte der Banker die Gefälligkeitsreparatur bestritten. Gestern war er erneut im Zeugenstand und räumte die Reparatur ein, bestritt aber den Erhalt des Briefumschlages mit dem Geld. Floss Schmiergeld? Für eine mögliche Schmiergeldzahlung an einen Bankmitarbeiter spricht die Aussage eines weiteren Zeugen. Er soll von dem Angeklagten, seinem damaligen Chef, beauftragt worden sein, einen Barscheck bei einer Bank einzulösen. Als er sich auf den Weg machte, soll der Angeklagte zu dem Banker gesagt haben: „Gleich bekommst du dein Geld.“ Gestern war die Anhörung der vom Landgericht geladenen Zeugen beendet. Am nächsten Verhandlungstag, dem 19. Oktober, kann mit den Plädoyers gerechnet werden.
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