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Bewährungs- Strafe nach Messer- Angriff im Lager Lebach

Das Schwurgericht hat gestern einen Asylbewerber wegen einer Messer-Attacke zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Der Algerier hatte seinen Landsmann im Landesaufnahmelager Lebach schwer verletzt.

Streit um Ruhestörung bei Gebet eskaliert – 32-jähriger Algerier ging auf 46-jährigen Landsmann los


Von SZ-Mitarbeiter Hemut Jakob

Saarbrücken/Lebach. Eine große Kammer des Saarbrücker Schwurgerichts hat gestern einen algerischen Asylbewerber (32) zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Der Angeklagte war geständig, am 28. Juni 2007 im Landesaufnahmelager Lebach einen 46-jährigen Landsmann mit einem Messerstich in den Bauch schwer verletzt zu haben.
In den Schilderungen des Opfers gab es Widersprüche. Das Gericht ging jetzt davon aus, dass sich der Mann in den frühen Morgenstunden auf sein Gebet vorbereiten wollte. Dabei fühlte er sich durch Feiern und Lärm aus einem Nebenzimmer gestört. Das war der Auslöser für einen Streit, der so eskalierte, dass es zu körperlichen Auseinandersetzungen kam. Dabei erlitt er einen Stich in den Unterleib.
Der Fall wurde zunächst als Körperverletzung beim Amtsgericht Saarbrücken verhandelt, dies hielt auch versuchten Totschlag für möglich und gab den Fall ans Landgericht ab. Die Schwurgerichtskammer kam zu dem Ergebnis, dass der Beweis für eine Tötungsabsicht nicht erbracht werden konnte. Immerhin sei das 15 Zentimeter lange Küchenmesser nur drei Zentimeter in den Bauch eingedrungen.
Grund für die verhältnismäßig milde Strafe, war das Geständnis des Angeklagten und die Tatsache, dass es zu einem Täter-Opfer-Ausgleich gekommen ist.
Der Vertreter des Opfers hielt eine Schmerzensgeld von 5000 Euro für angemessen und verwies auf Urteile des Oberlandesgerichtes Hamm, das vor Jahren in ähnlich gelagerten Fällen den Opfern ähnliche Summen zugesprochen habe. Der Verteidiger des Angeklagten bot 3000 Euro an und wies darauf hin, dass durch die Untersuchungshaft seines Mandanten das Opfer bereits Genugtuung erfahren habe.
Der Angeklagte verbrachte immerhin siebeneinhalb Monate in Untersuchungshaft. Schließlich verglich man sich auf Anregung des Vorsitzenden Richters auf einen Betrag von 3500 Euro. Ob hier tatsächlich Geld fließen wird, ist eine andere Frage. Der Angeklagte erhält als Asylbewerber nur Lebensmittelpakete und ein geringes Taschengeld. Nach der Urteilsverkündung erklärten Verteidigung und Staatsanwaltschaft Rechtsmittelverzicht, der Anwalt des Opfers ließ offen, ob er in Revision geht.

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