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Bewohner der Frankenstraße fühlen sich im Stich gelassen

Die Saarbrücker Frankenstraße gilt als Problemfeld.  (Symbolfoto).

Die Saarbrücker Frankenstraße gilt als Problemfeld. (Symbolfoto).

Lärm bis tief in die Nacht, Müll auf der Straße, Frauen und Männer, die auf Gehwegen urinieren, Kinder, die ohne Blick für den Verkehr draußen spielen, Ratten im Wohnviertel. Die Liste der Dinge, die aus Sicht der Bewohner der Frankenstraße immer unerträglicher werden, ist lang. In einem drei Seiten langen Brief haben sie sie an Oberbürgermeisterin Charlotte Britz geschickt.

In der Malstatter Frankenstraße, schreiben die Bewohner, leben „Menschen aus den verschiedensten Ländern der Welt friedlich zusammen“. Jedenfalls sei das so gewesen, bis Zuwanderer aus Rumänien kamen. Den Neuankömmlingen werfen die Anwohner vor, „mutwillig und absichtlich die hier lebenden Anwohner zu belästigen und in ihrer eigenen Persönlichkeit zu stören“.

Es sei kein Wunder, dass Ratten kommen, wenn diese Familien ihren Hausmüll einfach auf die Straße legen. Es sei bisher nicht gelungen, „durch vernünftige Gespräche ein offenes Ohr bei diesen menschen zu finden“, heißt es im Brief an Britz.

Im Gegenteil: Die Eltern interessiere offenbar nicht, dass ihre Kinder bis in die Nacht auf der Straße seien und dabei nicht auf den Verkehr achten. Wer auf die Zuwanderer zugehe, werde nicht selten beschimpft. „Es kann doch nicht die Norm sein, dass wir fast täglich die Polizei um Hilfe bitten müssen“, schreiben die Bewohner.

Mieter wollen weg

Mieter, die bereits 40 Jahre in der Frankenstraße wohnen wollen wegziehen. Einige Hauseigentümer würden gerne verkaufen, stellen dabei aber fest, dass ihre Häuser durch die neue Situation an Wert verloren haben. Das hat der Stadtverordnete und Kreisvorsitzende der Linkspartei, Willi Edelbluht, in diesen Tagen in einem Brief an Stadtratsmitglieder aller Parteien geschrieben. Und dabei nicht verschwiegen, dass er auch deshalb wisse, wovon er spricht, weil er in der Frankenstraße selbst ein Acht-Familien-Haus besitzt. Edelbluth hat den Ratskollegen auch den Brief der Bewohner geschickt, an dessen Ende es heißt: „Wir fühlen uns von der Stadt Saarbrücken in dieser dezeit unhaltbaren Situation alleine und im Stich gelasen.“ Die Anwohner bitten die Oberbürgermeisterin deshgalb um ein Gespräch vor Ort.

Ob die Oberbürgermeisterin kommt, ist unklar. „Eine Informationsveranstaltung“ soll es aber nach den Ferien geben, teilte Stadtpressesprecher Thomas Blug gestern auf SZ-Anfrage mit. „Wir nehmen das Anliegen der Bürgerinnen und Bürger ernst“, versichert er. Bei der Versammlung sollen die Bewohner „die Möglichkeit haben, mit der Stadt und den anderen Behörden und Einrichtungen in einen offenen Dialog zu kommen, wie die Situation verbessert werden kann“.

Es sei nicht so, dass die Stadt nichts tue. Es gebe eine Arbeitsgruppe mit Vertetern verschiedener Ämter und der Polizei. Sieben Familien mit 23 zumeist kleinen Kindern seien bereits auf Kosten der Landeshauptstadt in städtischen Wohnungen untergebracht worden. Weil die Zuwanderer aus Rumänien „in Deutschland keinen Anspruch auf Sozialleistungen haben, fehlen oftmals jegliche finanziellen Mittel“, erklärt Blug. Der städtische Wohnraum für notleidende Menschen sei allerdings begrenzt.

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