A1 Trier Richtung Saarbrücken Zwischen AS Riegelsberg und AS Saarbrücken-Von-der-Heydt Gefahr durch ungesicherte Unfallstelle (13:40)

A1

Priorität: Sehr dringend

3°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
3°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Bianca Kappler spricht über großes Trauma

Saarbrücken. "Ich habe es mir abgewöhnt, mir für die Deutschen Meisterschaften etwas vorzunehmen." Bianca Kappler lacht, als sie das sagt, doch in ihrer Stimme schwingen auch die schlechten Erinnerungen mit. Denn vor einem Jahr war es bei den deutschen Meisterschaften in Nürnberg, als ihr Traum von ihren zweiten Olympischen Spielen jäh platzte. Ein falscher Schritt, brennende Schmerzen und dann die ohnmächtige Gewissheit: Achillessehnenriss im rechten Fuß - das Ende einer vielversprechenden Saison für die beste deutsche Weitspringerin, die in Peking ihren Höhepunkt finden sollte. Sie selbst bezeichnete die Verletzung damals als den "absoluten Tiefpunkt in meinem Leben".

Ein Tal der Tränen liegt hinter Bianca Kappler, monatelange Quälerei in der Reha und vor allem Zweifel, ob sie jemals zurück zu alter Stärke finden würde. Aber die 31-Jährige wollte noch nicht abtreten - vor allem nicht so. Über den Winter arbeitete sie hart an ihrem Comeback, trainierte akribisch die Muskulatur in ihrem verletzten Bein, um die Kraft zurück zu erlangen. "Nach einem Beinbruch kommt irgendwann der Gips ab und man läuft wieder ganz normal. Mit einem Achillessehnenriss hat man noch die nächsten fünf bis sechs Monate zu tun", erklärt die Sportlerin vom LC asics Rehlingen. Selbst jetzt habe der rechte Fuß, der zum Glück nicht ihr Sprungfuß ist, noch nicht die gleiche Stabilität wie der linke und brauche noch viel Pflege. "Das wird erst wieder im nächsten Jahr auf einem normalen Stand sein."

Bei den deutschen Hallenmeisterschaften im Februar in Leipzig gab Kappler ihr Comeback, wurde mit 6,28 Metern Siebte. Aber viel wichtiger: Die Sehne hielt. Im Mai folgten 6,44 Meter in Weinheim. Alles im grünen Bereich. Und dann kam an Pfingsten der Wettkampf in Wesel. Mit einem Satz auf 6,81 Meter katapultierte sich Kappler zurück an die Spitze des deutschen Weitsprungs und erfüllte die Norm für die Weltmeisterschaften in Berlin. "Am meisten habe ich damit wohl mich selbst überrascht", sagt Kappler. "Ich hatte nicht gedacht, dass ich zu diesem Zeitpunkt schon so weit springen könnte. Aber das hat eine große Last von meiner Seele genommen." Eigentlich habe sie sich erst im Juli eine realistische Chance auf die Weltmeisterschafts-Norm ausgerechtnet.

Bei den deutschen Meisterschaften am Wochenende in Ulm muss sich Bianca Kappler also sportlich nicht zu viel Druck machen, obwohl die nationale Konkurrenz für sie so groß ist wie noch nie. War sie in den vergangenen Jahren meist die einzige Deutsche, die sich für Großereignisse qualifizieren konnte, machen sich derzeit acht Springerinnen Hoffnung auf die WM. "Das deutsche Feld sucht in diesem Jahr seinesgleichen", freut sich Kappler über die Entwicklung in ihrer Sportart. Sorgen um ihr Ticket für Berlin macht sie sich aber nicht. Mit ihren 6,81 Metern sei sie der Konkurrenz noch ein Stück voraus. "Mental wird Ulm aber auf jeden Fall sehr schwierig", räumt Kappler ein. "Aber ich baue auf meine Stärke. Außerdem begleitet mich meine Familie. Das ist die beste Strategie, um gar nicht erst auf dumme Gedanken zu kommen."
Stefanie Marsch (SZ)
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein