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Biathlon-Weltelite in Püttlingen: 21.000 Zuschauer

Kati Wilhelm (Startnummer 1) bestritt ihr letztes Biathlon-Rennen.

Kati Wilhelm (Startnummer 1) bestritt ihr letztes Biathlon-Rennen.

Für einen Tag war Püttlingen wieder der Mittelpunkt der Wintersportwelt. Es war der letzte Auftritt von vier der besten Biathletinnen der letzten Jahre. Vor allem aber hieß es für die Fans Abschied nehmen von Kati Wilhelm.

Püttlingen.
Ihre roten Haare hatte sie wie immer hinter einem breiten Stirnband verborgen, nur von oben waren sie zu sehen. Diese Haare, die in all den Jahren ihrer Karriere zu ihrem Markenzeichen geworden waren, die Kati Wilhelm ihren Spitznamen „Rotkäppchen“ eingebracht hatten. Ein letztes Mal zog sie gestern dieses Stirnband nach dem Rennen aus und zeigte sie. Und das nicht in einer der Biathlon-Hochburgen des Winters, sondern in Püttlingen.

Straße statt Loipe und ein wenig Nieselregen statt Pulverschnee. Und doch fühlt sie sich hier wohl, bei dem vielleicht am besten besetzten Sommer-Biathlon. Dieses Wohlfühl-Klima lag dann wohl auch an ihren Mitläuferinnen Simone Hauswald, Sandrine Bailly und Sandra Keith. Sie alle haben sich entschieden, hier ihre Karrieren zu beenden. Karrieren, die erfolgreicher kaum hätten sein können. Auf 144 Weltcup-Platzierungen, 23 Weltmeisterschafts-Medaillen und elf Medaillen bei Olympischen Spielen bringen sie es zusammen.

Doch schwer gefallen ist es keiner der Ausnahme-Athletinnen. „Mit ein wenig Abstand war es die richtige Entscheidung.  Ich habe eigentlich alles erreicht und erlebt“, blickte Wilhelm auf ihre zehnjährige Karriere zurück, und Hauswald ergänzte: „Natürlich will ich es nicht missen, aber alles hat seine Zeit.“ 21 000 Zuschauer waren gekommen, um mit den vier Abschied zu nehmen, sie auf ihren letzten Runden anzufeuern. Gemütlich haben sie es angehen lassen, der Ehrgeiz der sie in ihrer Karriere antrieb, war an diesem Nachmittag weit entfernt.

„Schön entspannt“, sagte Hauswald und konnte sich während dem Rennen sogar ein Winken ins Publikum nicht verkneifen. Dessen Jubel verfolgte sie auf ihren Runden durch Püttlingen, und dass Wilhelm am Ende Erste wurde, interessierte niemand wirklich. In das berühmte Loch nach der Karriere scheint keine gefallen zu sein. Alle haben einen proppenvollen Termin-Kalender. Ein wenig wehmütig wurde Wilhelm dann am Ende aber schon, als sie vor der Tribüne stand, wo die Zuschauer sie minutenlang feierten: „Ich werde diese Zeit nie vergessen. Aber man soll ja aufhören, wenn es am schönsten ist.“

Björndalen springt ein
Auch die beiden Hauptrennen mit den aktiven Sportlern waren eine Ansammlung der Weltelite. Das war schon vor den Rennen klar, und als Emil Hegle Svendsen ein paar Tage vorher absagen musste, sprang einfach Ole Einar Bjørndalen ein, seines Zeichens erfolgreichster Wintersportler aller Zeiten. Mit dem Sieg hatte er – bei viel Wind – nach einigen Schieß-Fehlern allerdings wenig zu tun. Den sicherte sich der Österreicher Christoph Sumann, vor zwei Jahren noch abgeschlagen Letzter, vor Arnd Peiffer und Bjørndalen. Eine Genugtuung für Sumann: „Deshalb wollte ich es allen beweisen. Dass es zum Sieg gereicht hat, umso schöner.“ Erst beim letzten Schießen hatte er sich an Peiffer, dem Sieger des vergangenen Jahres, vorbeigeschoben.

Bei den Damen ging kein Weg an Marie-Laure Brunet aus Frankreich vorbei. Vor allem Dank ihrer überragenden Schieß-Leistung setzte sie sich klar gegen die Russin Svetlana Slepzowa und Sabrina Buchholz durch. „Einen Platz auf dem Podium für mich finde ich super. Marie-Laure war schon verdammt stark“, befand eine gut gelaunte Sabrina Buchholz. Wobei in Püttlingen die Laune eigentlich immer gut ist. Auch das ist ein Grund warum sie alle kommen – Fans wie Sportler.

Auf einen Blick
6. Odlo City-Biathlon in Püttlingen:
Kati-Wilhelm-Abschiedsrennen: 1. Kati Wilhelm (GER), 2. Sandra Keith (CAN) 3. Sandrine Bailly (FRA), 4. Simone Hauswald (GER).
Herren-Hauptrennen: 1. Christoph Sumann (AUT) 24:22,3 Minuten, 2. Arnd Peiffer (GER) + 5,2 Sekunden, 3. Ole Einar Bjørndalen (NOR) + 33,7.
Damen-Hauptrennen: 1. Marie-Laure Brunet (FRA) 22:24,3; 2. Svetlana Slepzowa (RUS) + 42,5; 3. Sabrina Buchholz (GER) + 59,7. jbö


 
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