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Bibber! Viele Saarländer müssen draußen arbeiten

Saarbrücken. Es ist kalt in Saarbrücken. Tiefkühltruhenkalt. Das zwingt Güle und Ferdi Actuncu in ihrem Brezelstand in der Bahnhofstraße zum Improvisieren: „Wir wechseln uns ständig ab. Sonst ist es wirklich zu kalt“, erzählt Ferdi, der seit 30 Jahren Brezeln verkauft. Wer Pause hat, wärmt sich in der nahen Wohnung auf. Ein kleiner Gasofen im Brezelstand soll die Kälte mindern. „Das schafft er aber nicht wirklich“, sagt Güle. „Lange Unterwäsche ist deswegen ein Muss.“ So ein Gasofen käme Metallbauer Janick Raths gerade recht. Er arbeitet in der Bahnhofstraße an der Fassade des ehemaligen Saturn-Gebäudes. „Ich bin täglich von sieben bis halb vier draußen. Ohne Thermounterwäsche würde ich erfrieren“, sagt der 20-Jährige.

Und ohne zwei Paar Neoprenhandschuhe wäre an Kontakt mit Metall nicht zu denken. Michael Wolter vom Wasserund Schifffahrtsamt kommt dem Eis ganz nahe. Er misst regelmäßig an der Schleuse Burbach Eisdicke, Wassertemperatur und Pegelstand, um rechtzeitig den Einsatz von Eisbrechern zu koordinieren. Die sind auf der Saar bis jetzt nicht im Einsatz. Während Wolter und seine Kollegen eine Eisdecke verhindern wollen, freuen sich andere genau darauf. Obwohl es verboten ist, ziehen Schlittschuhläufer auf zugefrorenen Weihern und Seen der Stadt ihre Bahn.

Tobias Wagner aus Saarbrücken saust mit Freundin am Ufer des Netzbachtalweihers umher. Dass es verboten ist, weiß er durchaus. „Es ist richtig, dass die Polizei nachsieht und die Leute aufklärt“, sagt er. „Netterweise haben sie uns das Eislaufen am Ufer erlaubt, da man dort im Notfall nur knietief einbrechen könnte.“ Das mit dem Eislaufen sei seit einem Gerichtsurteil so eine Sache, erklärt Thomas Blug von der Stadt Pressestelle: „Aus rechtlichen Gründen dürfen wir Eisflächen nicht mehr freigeben.“ Die Verkehrssicherheit könne keiner wirklich gewährleisten. Deshalb habe die Stadt „Betreten auf eigene Gefahr“- Schilder gegen „Betreten verboten“- Hinweise ausgetauscht. Tobias Wagner ist noch nichts passiert. „Man sieht überall den Grund des Gewässers. Und wo man ihn nicht mehr sieht, laufe ich nicht.“

Gerade Rettungsaktionen auf gefrorenen Gewässern sind für die Feuerwehr eine Herausforderung. „Wir schicken unsere Taucher mit so genannten Eisrettern aufs Wasser. Das sind überdimensionale Plastikwannen, mit denen sie übers Eis rutschen können“, sagt Josef Schun von der Berufsfeuerwehr. Die Kälte erschwere Feuerwehrarbeit auch an Land.

Streusalz und Granulat seien bei Löscheinsätzen derzeit unverzichtbar, da das Löschwasser sofort gefriere. „Um überhaupt löschen zu können, müssen wir Hydrantendeckel im Einsatzfall erstmal abtauen.“ Zu außergewöhnlichen Zwischenfällen sei es aber noch nicht gekommen. Auch die Einsätze wegen geplatzter Wasserrohre hielten sich in Grenzen, sagt Schun. „Die kommen erst, wenn das Tauwetter einsetzt.“

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