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Bienendreck sorgt für Verwirrung in St. Ingbert

Bienen hinterlassen bei ihren Reinigungsflügen auch auf Autos gelbe oder bräunliche Kotflecken, die bei sonnigem Wetter besonders auffallen. Fotos: Leserreporter Peter H. Hermsen /Hannes Petrischak

Bienen hinterlassen bei ihren Reinigungsflügen auch auf Autos gelbe oder bräunliche Kotflecken, die bei sonnigem Wetter besonders auffallen. Fotos: Leserreporter Peter H. Hermsen /Hannes Petrischak

Geheimnisvolle gelbe Flecken um die Seyenanlage in St. Ingbert haben Leser-Reporter Peter H. Hermsen und andere Anwohner festgestellt. „Seit Wochen finde ich immer wieder gelbe bis ockerfarbene Flecken auf allen Gegenständen rund ums Haus. Bei einem Rundgang um die Seyenanlage fand ich diese Flecken auf allen geparkten Autos. Sie befinden sich aber auch auf Gartenmöbeln, zum Trocknen aufgehängter Wäsche, dem Dach und auf anderen Gegenständen“, wandte sich Hermsen an unsere Zeitung. Wie die St. Ingberter Stadtverwaltung mitteilt, habe sich in dieser Woche eine Mitarbeiterin die Autos in der Seyenanlage angeschaut. Es handele sich bei den Flecken um Bienenkot. Christoph Braunberger vom Nabu Saarpfalz-Kreis erläutert, dass die Bienen beim „Reinigungsflug“ ihre Exkremente entsorgen, die sich in ihrer Kotblase angesammelt haben.

 

„Da Bienen wegen der Gefahr von Krankheitserregern nicht im Bienenstock koten, ist der Reinigungsflug die einzige Möglichkeit der Entleerung. Voraussetzung für den Flug ist ein sonniger Tag mit einer Lufttemperatur von mindestens zehn Grad Celsius um die Mittagszeit. Nur dann sind die Bienen überhaupt in der Lage, zu fliegen und in den Stock zurückzukehren. Bei niedrigen Temperaturen, plötzlichem Regen oder starkem Wind ist der Flug für die Bienen wegen Unterkühlung gefärlich“, so der Naturexperte. Reinigungsflüge seien für manche Bürger ärgerlich, wenn draußen Wäsche zum Trocknen aufgehängt ist oder Autos abgestellt sind. Darauf könnten sich dann gelbe oder bräunliche Kotflecken befinden. Braunberger: „Jetzt ist die Zeit höchster Bienenaktivität und die längsten Tage im Jahr, da fällt jede Menge ,Abfall' an. Bei schönem Wetter fällt der Kot eben besonders auf. Er ist nicht giftig und kann, sofern er noch nicht eingetrocknet ist, problemlos abgewischt werden. Ansonsten lässt er sich mit Seife oder anderen Reinigungsmittel getränkten Tüchern entfernen.“

 

Warum die Flecken im Bereich Seyenanlage häufig auftreten, dafür hat der St. Ingberter „Bienenvater“ Hans-Werner Krick keine eindeutige Erklärung. Ein größeres Bienenvolk sei ihm dort nicht bekannt. Er vermutet, dass es große Gärten gibt, wo die kleinen Brummer reichlich Nahrung finden. Auch wenn betroffene Bürger ihre Wäsche zwei Mal reinigen müssten, rät Krick zur Gelassenheit: „Man sollte sich über eine gesunde Umwelt freuen, da sind solche Nachteile in Kauf zu nehmen“.

 

Der Tipp für den Artikel kam von SZ-Leserreporter Peter H. Hermsen aus St. Ingbert . Wenn Sie Interessantes zu erzählen haben, hinterlassen Sie eine Sprachnachricht unter Tel. (06 81) 59 59 800, mailen Sie an leser-reporter@sol.de oder nutzen Sie das Formular: www.saarbruecker-zeitung.de/leserreporter.

 

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