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Bier aus Neunkirchen: Ab Januar mit neuem Produktionsstandort in der Wellesweilerstraße

64 Quadratmeter gegen 450 einzutauschen, ist vielleicht kein menschheitsrelevanter (Fort)Schritt, wohl aber bedeutend für Neunkirchen als „Brauereistandort“, wie Oberbürgermeister Jürgen Fried vor Ort betonte - und für Familie Bach sowieso. Die kam 2006 aus einer Laune heraus zum selber brauen. „Damals wurde Julian nach Afghanistan einberufen“, erinnert sich der Senior, Ingo Bach. Beim Abschiedsbier „haben wir vor uns hin gesponnen“, so etwas mal selbst zu versuchen. Kaum war der Junior fort, setzten die Eltern das in die Tat um: mit einem 20 Liter Kochtopf, dem Equipment aus dem Internet und einer „Schritt für Schritt“-Anleitungs-CD. „Unser erstes Bier schmeckte nach Bier , hatte aber keinen Schaum.“ Dafür hing die Hälfte an der Küchendecke, fügt Petra Bach hinzu.

Einmal Blut geleckt, brauten die Bachs „immer und immer wieder“, irgendwann im 100 Liter-Topf und seit 2009 gewerblich unter dem Label „Bachs Braumanufaktur“. Zunächst belieferte man sich selbst: Haben doch der gelernte Steuerberater und die Großhandelskauffrau seit 1999 die Fischerhütte Furpach gepachtet. Dazu gesellte sich 2010 das Kirkeler Brauhaus. Der Bedarf wuchs stetig, weshalb man sich 2011 mit Braumeister Jürgen Deckarm einen Profi ins Boot holte. Der braut mit Julian Bach momentan noch in der ehemaligen Backstube der Bäckerei Wagner in der Furpacher Sebachstraße.

Doch jetzt wird gepackt. Bis Ende des Jahres soll der Umzug vollzogen sein, damit man im Januar mit „der bestehenden, getunten Anlage“ am neuen Standort loslegen kann, so Julian Bach, KFZ-Mechaniker - „bei uns ist keiner aus der Branche“ - und studierter Maschinenbauer. Eine Verbindung gibt es immerhin: Wurde die Halle in der Wellesweilerstraße doch ehemals von einer CNC- und Maschinenbaufirma genutzt, informierte OB Fried. 10 bis 15 Arbeitsplätze wie damals wird es hier so schnell nicht wieder geben. Aber, und das freut Fried wiederum sehr, es ist geplant, dass Deckarm in Zukunft Brauer ausbildet.

Doch erst einmal muss fleißig investiert werden. Mindestens 500 000 Euro („Tendenz steigend“) setzt Familie Bach im kommenden Jahr ein, um die Produktion von derzeit 350 auf 4000 Hektoliter zu steigern. „Als erste Brauerei des Saarlandes wollen wir ein eigenes Craft-Bier professionell brauen und national vermarkten - fern vom deutschen Reinheitsgebot“, kündigt Julian Bach an.

Zur Auswahl stehen etwa 160 Sorten Hopfen und 20 verschiedene Malzarten - genug Spielraum für Bierexperimente. Als saisonale Sorten sind bei Bachs Braumanufaktur unter anderem Fasten , Mai-, Ernte- und Winterbock geplant. Bereits überregional sehr erfolgreich ist das selbst kreierte Whisky-Bier in der beliebten Bügelflasche. Auch wenn die Fußstapfen der früheren Schlossbergbrauerei groß seien: „Die Herausforderung, diese Tradition fortzuführen, nehmen wir gern an.“

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