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Bilanz 2010: Immer mehr Täuschungen und Betrügereien

Saarbrücken. „Es ist nicht unhöflich, den Telefonhörer während des Gespräches aufzulegen“, heißt es bei der Verbraucherzentrale des Saarlandes. Empfohlen wird das allerdings nur bei unerwünschten Werbeanrufen, die ohne vorherige Einverständniserklärung gesetzlich verboten sind. Anrufe wie diese, Betrügereien und Täuschungen im Internet, auf Kaffeefahrten oder bei Gewinnspielen waren im vergangenen Jahr die häufigsten Gründe für Beratungen, wie die Verbraucherzentrale gestern auf einer Pressekonferenz zu ihrem Jahresbericht 2010 bekannt gab. Insgesamt verzeichnete die Einrichtung rund 75?000 Beratungsgespräche. Um wie viel Geld die Saarländer im vorigen Jahr insgesamt geprellt worden sind, kann Geschäftsführer Jürgen Zimper wegen „der hohen Dunkelziffer“ nur schätzen: „Es dürften wohl mehrere Millionen Euro gewesen sein.“

Und die Abzocke nimmt zu. „Die Anzahl und die Vielfalt der Methoden steigen von Jahr zu Jahr“, sagt Heike Linster von der Verbraucherzentrale. Verantwortlich dafür sei „eine zunehmend digitalisierte Welt“ – und hier insbesondere das Internet. Wer beispielsweise eine kostenlose Software aus dem Netz herunterladen will, gerate nicht selten auf eine Internetseite, die dafür Geld verlangt.



Betrug als Wirtschaftszweig

„Die Abzocke als solche ist heute ein eigener Wirtschaftszweig“, sagt Linster. Das betreffe ebenso Telefonwerbe-Firmen als auch Kaffeefahrt- und Gewinnspiel-Anbieter.  Berüchtigt sei hier unter anderem das sogenannte Wiener Karussell: rund 100 illegale Gewinnspiel-Firmen, die untereinander Kundendaten austauschen.

Rund 1,3 Millionen Euro standen der Verbraucherzentrale Saarland im vorigen Jahr zur Verfügung, um ihre Aufgaben wahrzunehmen. Üppig ist das nicht, wie Vorstandsvorsitzender Wolfgang Krause sagt. „Insbesondere für die Beratung im Telekommunikationsbereich wird man in den nächsten Jahren mehr Geld brauchen, weil das juristisch ein oft schwieriges Feld ist. Vor diesem Hintergrund macht mir die von der Landesregierung beschlossene Schuldenbremse schon Sorgen. Da wird viel eingespart werden“, sagt Krause.

Ein Lichtblick dürfte dagegen die neue Internetseite „lebensmittelklarheit.de“ sein, die ab Mitte Juli verfügbar sein soll. Auf der vom Bundesverbraucherschutzministerium initiierten Seite sollen Bürger Produkte eintragen können, durch die sie sich getäuscht fühlen. Der Hersteller hat eine Woche Zeit, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. „Die Industrie läuft schon jetzt gegen diese Internetseite Sturm“, sagt Barbara Schroeter von der Verbraucherzentrale Saarland.

Aufklärungsarbeit will die Verbraucherzentrale übrigens auch in Sachen Klimaschutz leisten. Hierzu wurde unter anderem das Netzwerk Mobilität gegründet, das bei Arbeitnehmern und -gebern für umweltfreundliche Anfahrten zum Arbeitsort werben will. Rat gibt es zudem zum Energiesparen, zu Ernährung, Versicherung, Gesundheit und bei Schulden und Insolvenz. Beratungen kosten je nach Thema zwischen fünf und 30 Euro. Eine Investition, die sich angesichts möglicher Einspar-Tipps lohnen könnte.
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