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Bildung: Saarland bundesweit auf Platz 11

Saarbrücken/Berlin. Nein, zum Musterschüler hat sich die saarländische Bildungspolitik nicht gemausert. In dem seit 2004 alljährlich vom Kölner Institut für Wirtschaftsforschung (IW) und der „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ veröffentlichten Bildungsmonitor dümpelt das Saarland bundesweit lediglich im unteren Mittelfeld auf Platz elf – und damit sogar drei Plätze tiefer als sieben Jahre zuvor. Schlechtes Zeugnis für Bildungsminister Klaus Kessler (Grüne), „Reifeprüfung nicht bestanden“, poltert die Opposition. Nichts habe sich im Saarland bildungspolitisch bewegt, urteilt der bildungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Ulrich Commerçon.

Investitionsquoten und Sachmittelausstattung im Bildungssystem

Die Studie indes bescheinigt immerhin allen Bundesländern große Anstrengungen bei der Verbesserung ihres Bildungssystems. Die Untersuchung gilt als seriös, weil die Forscher 111 verschiedene Faktoren in die Bewertung einfließen lassen, von den Bildungsausgaben über die Schüler-Lehrer- Relation bis zum Anteil an Hochschulberechtigten. Daraus wird eine Durchschnittspunktzahl ermittelt.

Relativ schlechte Noten gab’s für das Saarland beispielsweise im Fach „Input-Effizienz“ (Platz 14). Darunter verstehen die Autoren der Studie unter anderem Investitionsquoten und Sachmittelausstattung im Bildungssystem.



Schaut man sich die Studie indes genauer an, findet man durchaus Ambivalenzen: Während die Schulabbrecherquote im Saarland insgesamt so gering wie nirgends sonst in Deutschland ist (Platz 1, Vermeidung der Bildungsarmut insgesamt Platz 2), liegt die Abbrecherquote der Ausländer auf dem zweitletzten Platz – was dem hiesigen Bildungssystem eine schlechte Zensur im Fach Integration einbringt. Bei der so genannten „Förderinfrastruktur“ belegt das Saarland ebenfalls einen schlechten 15. Platz: Hier führt die Unterkategorie eines geringen „Akademisierungsgrads der Personals in Kindertagesstätten“ zur Abwertung, während sich die weiteren Unterpunkte Ganztagsbetreuung in Schulen und Kitas durchaus im oberen Mittelfeld bewegen. Beim Handlungsfeld „Schulqualität“, das unter anderem Auskunft über die durchschnittlich gemessenen Kompetenzen der Schüler gibt, belegt das Saarland immerhin einen soliden sechsten Platz. Verbesserungsbedürftig ist indes der Anteil der Studienberechtigten und des Akademiker-Nachwuchses an der Saar. Dagegen rangiert die „Forschungsorientierung“ – der Beitrag der saarländischen Hochschulsysteme zur Forschungsentwicklung – im Spitzenbereich an zweiter Stelle.

Echte Spitzenplätze – und zwar in der Gesamtbewertung – belegen der Studie zufolge aber zwei der neuen Bundesländer: Wie bereits 2010 führen Sachsen und Thüringen den Bildungsmonitor an. Beide sind sehr stark in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern (MINT-Fächer).

Die Autoren der Studie bezeichnen sie gar als „Kaderschmieden“. Außerdem punkten Sachsen und Thüringen mit der individuellen Förderung ihrer Schüler, guten Betreuungseinrichtungen und Erfolgen bei der Vermeidung von Bildungsarmut.

Dritter in der Spitzengruppe ist Baden-Württemberg, das in Sachen Startchancen auf dem Arbeitsmarkt und bei den öffentlichen Ausgaben für Bildung besonders gute Werte aufweist. Alle anderen Länder liegen eng beieinander im Mittelfeld, angeführt von Bayern (Rang 4). Schlusslicht ist Berlin: Die Hauptstadt schwächelt bei der Integration ausländischer Jugendlicher.

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