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Bildung im Saarland weiter Streitthema

Saarbrücken. Das Saarland liegt nach einem Ranking der Arbeitskammer für die weiterführenden Schulen der 16 Bundesländer im Schuljahr 2007/2008 auf dem vorletzten Platz. Grund dafür seien schlechte Unterrichtsbedingungen und die geringe Quote höherwertiger Schulabschlüsse im Land, sagte der Bildungsexperte der Arbeitskammer, Volker Guthörl. Er monierte zu große Klassen, zu wenig Lehrer und zu wenig erteilte Unterrichtsstunden. Besonders schlecht fällt sein Urteil für die Gesamtschulen aus, die mit einer Klassengröße von im Schnitt 27,8 Schülern auf Platz 14 lägen. Besser stehe das Land bei den Grundschulen da, die im Ranking insgesamt auf einen guten Platz fünf kommen. Sowohl die Arbeitskammer als auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), die jetzt eine „bildungspolitische Bilanz von zehn Jahren CDU-Landesregierung“ vorgelegt hat, streichen positiv heraus, dass das Saarland die Quote der Schulabgänger ohne Abschluss in den letzten zehn Jahren verringert hat. Kammer und GEW beklagen aber, dass der Anteil von Absolventen mit Abitur und mittleren Abschluss weiter deutlich niedriger ist als im Bundesschnitt.
Wenig Abiturienten im Land
Laut Kultusministerkonferenz (KMK) stieg im Saarland die Quote der Abgänger mit mittlerem Abschluss von 43,6 Prozent im Jahr 1999 (Bundesdurchschnitt: 48,6 Prozent) auf 46,1 Prozent im Jahr 2007, bleibt damit aber weit unter dem aktuellen Bundesschnitt von 51,9 Prozent. Ein noch problematischeres Bild ergibt sich demnach bei der Abiturientenquote, die im gleichen Zeitraum nur leicht von 22,8 auf 24,2 Prozent stieg, während sie sich im Bund deutlich von 27,8 auf 31,1 Prozent erhöhte. Das Kultusministerium betont dagegen, dass das Saarland die zweithöchste Quote aller Bundesländer bei den Absolventen mit Fachhochschulreife hat. Berücksichtigt man dies, lag die Quote der Absolventen mit einer Hochschulzugangsberechtigung im Jahr 2007 bei 47,0 Prozent (1999: 40,0 Prozent) und damit besser als der Bundesschnitt von 44,7 (1999: 36,9) Prozent). Nach Ansicht des Ministeriums sind die Bewertungen von Arbeitskammer und GEW „tendenziös“. Zwar sei es „unbestritten“, dass es an den weiterführenden Schulen „noch immer große Klassen gibt“. Die „Kleinere-Klassen-Garantie“ werde aber dazu führen, dass die Klassen in Zukunft stetig kleiner würden, sagte das Ministerium voraus.
  Viele Lehrer sind über 50
GEW-Chef Klaus Kessler verwies auf den Bildungsbericht der Bundesregierung, wonach im Schuljahr 2006/2007 im Land 54,6 Prozent der Lehrer älter als 50 Jahre waren. Nur in Bremen sind demnach noch mehr Lehrer älter als 50. Der Bericht zeigt laut Kessler zudem, dass der Erfolg der freiwilligen Ganztagsschule im Land gemessen an der Nachfrage gering sei. Nur 8,2 Prozent der Schüler besuchten dem Bericht zufolge im Jahr 2006 eine Ganztagsschule. Im Bund waren es 17,6 Prozent. Dagegen erklärte das Kultusministerium auf SZ-Anfrage, dass im Saarland aktuell „weniger als die Hälfte“ der Lehrer älter als 50 Jahre alt seien. Zudem liege an der Saar der Anteil der Ganztagsschüler im Verhältnis zur Gesamtschülerzahl bei 13,7 Prozent und nicht bei 8,2 Prozent.  Norbert Freund
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