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Bildungsminister will letztes Kindergarten-Jahr zur Pflicht machen

Bildungsminister Klaus Kessler hat die umstrittene Einführung eines Schulvorbereitungsjahres im dritten und letzten Kindergartenjahr verteidigt. Ziel sei es nun, möglichst alle künftigen Schulkinder für den Kindergarten zu gewinnen.

Saarbrücken. Das dritte Kindergartenjahr im Saarland soll so verpflichtend wie möglich werden, ohne jedoch die Schulpflicht auf den Kindergarten auszuweiten. Das hat Bildungsminister Klaus Kessler (Grüne) auf eine Anfrage der Saarbrücker Zeitung geantwortet. Sein Ziel sei es, die restlichen drei Prozent der Schulanfänger (etwa 270) für den Kindergarten zu gewinnen, die derzeit das Angebot des beitragsfreien Jahres noch nicht annehmen. „Ich sehe eine realistische Möglichkeit, dass wir das obligatorische Vorbereitungsjahr bis August 2010 einführen können“, sagte Kessler unserer Zeitung. Allen Schulanfängern solle so ein gleitender Übergang ermöglicht werden.

27.000 Kinder besuchen derzeit einen Kindergarten im Saarland, davon befinden sich rund 9000 im letzten Jahr. Das geplante Vorbereitungsjahr sieht unter anderem vor, dass Grundschullehrer für jeweils vier Wochenstunden in die Kindertagesstätten kommen. Dort sollen sie „schulisches und spielerisches Lernen verbinden“, sagt der Minister. Eine weitere Wochenstunde soll der Kooperation von Erziehern und Lehrern dienen.

Wie die genaue Verknüpfung dieses „ergänzenden Elementes“ mit dem bereits vorhandenen Bildungsprogramm und dem Kindergartenalltag aussehen soll, müsse allerdings erst noch erarbeitet werden, sagt. Kessler und verdeutlicht: „Der Kindergarten bleibt auch im dritten Jahr ein echter Kindergarten. Wir führen auch nicht die École maternelle durch die Hintertür ein.“ Die École maternelle ist eine verschulte Form des Kindergartens in Frankreich.

Kessler erläutert, dass es beispielsweise kein Problem sei, im letzten Kindergartenjahr mit einem Kind auch außerhalb der Ferienzeit in Urlaub zu fahren. Jedoch müssten die Eltern die Kinder für diese Zeit entschuldigen. Kinder, die unregelmässig oder gar nicht am dritten Kindergartenjahr teilnehmen, müssen laut Koalitionsvertrag zu einem Schuleignungstest. Dort werde die Sprachkompetenz der Schulanfänger überprüft und gegebenenfalls bestehe die Möglichkeit, Kinder in das Schulvorbereitungsjahr zu verweisen, sagt Kessler.

Der Minister erklärt, dass er das Vorbereitungsjahr im Einvernehmen mit den Trägern einführen wolle. Bei den konfessionellen Träger, die im Saarland zusammengenommen in mehr als 250 Kindergärten etwa 17.000 Kinder betreuen, herrscht indes angesichts der derzeitigen Planung noch Skepsis. Im Januar sollen sie zu einem ersten Gespräch eingeladen werden.

Diakoniepfarrer Udo Blank, der für die 65 evangelischen Einrichtungen im Land verantwortlich ist, sagt im Gespräch mit der SZ: „Das Schulvorbereitungsjahr bereitet uns Kopfzerbrechen, weil die Richtung noch nicht so klar ist.“ Das Wunsch- und Wahlrecht der Eltern werde massiv berührt. Blank sieht auch erheblichen Gesprächsbedarf bei der inhaltlichen Gestaltung vor dem Hintergrund des kirchlichen Profils der Einrichtungen. Georg Binninger vom Bistum Trier spricht unterdessen von Diskussionsbedarf, um Maßnahmen zu finden, mit denen die Kinder sinnvoll gefördert werden können, die derzeit keinen Kindergarten besuchen.

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