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Bildungsministerium verurteilt Panini-Werbeaktion an Saar-Schulen

Auch schon unter Grundschülern grassiert das Sammelfieber nach den Stickern der Fußballer.

Auch schon unter Grundschülern grassiert das Sammelfieber nach den Stickern der Fußballer.

Den einen fehlt noch Jérôme Boateng , die anderen suchen Thomas Müller : Kurz vor Beginn der Fußball-EM grassiert vielerorts das Sammelfieber nach den berühmten Panini-Stickern der National-Elf. Es wird gesammelt, getauscht, geklebt – und vor allem gekauft.

 

Auch schon Grundschüler packt die Sammelleidenschaft. 3000 Panini-Alben hat die Agentur Blattwerk Media aus Reutlingen nun an knapp 3000 Grundschulen in Deutschland kostenlos verschickt. Wie das Saar-Bildungsministerium mitteilt, sind nach derzeitigem Kenntnisstand hierzulande 20 Grundschulen mit Alben beliefert worden. Eine Schule habe die Annahme verweigert, neun Schulen hätten die Alben zurückgeschickt oder entsorgt. Elf Schulen hätten die Hefte an die Schüler verteilt. Das Ministerium verurteilt die Aktion der Agentur und betont, man sei im Vorfeld nicht über den Versand informiert worden. „Der Panini-Verlag verfolgt eine fragwürdige Strategie: Er verschenkt die Alben, um Schülerinnen und Schüler dann zum Kauf von Sammelbildern zu animieren, sodass erhebliche Folgekosten entstehen können“, sagte Bildungsminister Ulrich Commerçon ( SPD ). Das Sammelalbum mit 680 Klebeflächen kostet am Kiosk zwei Euro. Eine Tüte mit fünf Stickern kostet 70 Cent.

 

Werbemittel – wie die Panini-Alben –, die rein wirtschaftliche Zwecke verfolgten oder mit gravierenden Folgekosten verbunden seien, dürften nicht an Schüler ausgehändigt werden, so der Minister. Schulleitungen und Lehrer sollen erneut für das Thema Schulsponsoring sensibilisiert werden.

 

Kritik kam auch von der Linksfraktion im Landtag sowie der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). „Kein Kind wird dieses Album leer lassen wollen. Kinder, die zwar ein Album besitzen, sich es aber nicht leisten können, dieses für teures Geld zu füllen, bekommen das frustrierende Gefühl, ‚nicht dabei' zu sein“, sagte GEW-Vorstand Thomas Bock. Die Linken-Abgeordnete Barbara Spaniol forderte die Landesregierung auf, in allen Fällen konsequent gegen Werbung an Schulen vorzugehen. Es gebe weitaus gravierendere Aktionen privater Unternehmen in Schulen.

 

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