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Bislang Harmonie zwischen AKK und Maas

Saarbrücken. Im Hause Maas gibt es neuerdings eine klare Anweisung für öffentliche Auftritte. „Meine Frau hat mir verboten, im Zusammenhang mit dieser Koalition von Ehe oder eheähnlichen Verhältnissen zu reden“, verriet SPD-Landeschef Heiko Maas kürzlich. Damit ist auch der von ihm im Wahlkampf gerne bemühte Begriff der „Zwangsehe“ für den neuen Wirtschaftsminister tabu. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat dieses Wort ohnehin nie benutzt.

Das Gelingen des Bündnisses wird nun davon abhängen, wie sich Kramp-Karrenbauer und Maas im Alltag ihrer Polit-„Ehe“ verstehen – nicht nur in den guten, auch in den schlechten Zeiten. „Ich mache mir keine Illusionen darüber, dass die Art und Weise, wie wir zusammenarbeiten, ganz maßgeblich darüber entscheidet, wie das Klima in der Koalition ist“, sagt Maas. „Am Ende wird viel an uns hängen.“ Von der „Hauptachse“ der Koalition spricht Kramp-Karrenbauer. So gesehen hat die Koalition günstige Voraussetzungen. Denn die Chemie zwischen Maas (45) und Kramp-Karrenbauer (49) stimmt. Beide pflegen einen sachlichen, nicht auf Krawall zielenden Stil. Schon im Wahlkampf lobte Maas, der Ministerpräsidentin gehe es darum, „sachliche Lösungen zu finden, und nicht den politischen Gegner zu diffamieren“.

Wenn man sich in CDU und SPD nach dem persönlichen Verhältnis der beiden umhört, fällt ziemlich schnell der Name Peter Müller. Der Vergleich mit Müller soll verdeutlichen, wie das Verhältnis Maas/Kramp-Karrenbauer nicht ist. Müller und Maas duzten sich zwar (alles andere wäre in der Landespolitik ungewöhnlich), sprachen aber fast nie miteinander. „Müller hat Maas so behandelt, wie er selbst früher von Lafontaine behandelt wurde“, sagt ein Vertrauter des SPD-Chefs. Er meint damit: Müller hat Maas ignoriert und ihn nicht erst genommen.
Mit Kramp-Karrenbauers Wahl zur Regierungschefin am 10. August 2011 besserte sich das Klima zwischen Staatskanzlei und Opposition schlagartig. Maas räumte das in seiner Replik auf ihre erste Regierungserklärung im August offen ein. In der Öffentlichkeit wurde dennoch mit harten Bandagen weitergekämpft. Maas warf ihr nach einem Interview mit der Illustrierten „Bunte“ vor, sie inszeniere sich „selbstverliebt und politikfrei“. Dann kam das Desaster mit dem Vierten Pavillon, wo die SPD auch nicht gerade zimperlich mit ihr umging.

Doch schon damals sprachen Kramp-Karrenbauer und Maas wochenlang diskret über eine „saarländische Lösung“ für den Energiekonzern VSE – und möglicherweise auch schon über mehr. „Es gab immer wieder Gerüchte, dass es Verhandlungen (über eine große Koalition) gegeben habe“, sagt ein prominentes Mitglied der alten Jamaika-Koalition. „Aber was soll man auf Gerüchte geben?“

Dann kam der Bruch der Jamaika-Koalition. In den Sondierungen im Januar verhandelten beide stundenlang unter vier Augen. Selbst als die Gespräche am 19. Januar platzten, war kein böses Wort zu hören, im Gegenteil: „Ich habe die Gespräche als sehr vertraulich empfunden“, resümierte Maas. In den Gesprächen sei Vertrauen gewachsen, das auch im Wahlkampf nicht erschüttert worden sei, sagt Kramp-Karrenbauer heute. Besonders zu Beginn des Wahlkampfes gingen beide zeitweilig so pfleglich miteinander um, dass selbst eigene Anhänger irritiert schienen. Dann wurde der Ton merklich rauer. Kramp-Karrenbauer lästerte über den SPD-Mann, sie werde ihr Licht nicht unter den Scheffel stellen, „bloß damit die Funzel von Heiko Maas etwas heller leuchtet“. Maas revanchierte sich mit der Aussage, die Ministerpräsidentin habe beim Vierten Pavillon die Öffentlichkeit getäuscht und gehöre deshalb nicht in die Staatskanzlei. Alles das aber schien am Wahlsonntag um kurz nach 18 Uhr schon wieder vergessen.
Annegret Kramp-Karrenbauer gibt heute ab neun Uhr im Landtag ihre erste Regierungserklärung als Ministerpräsidentin der großen Koalition ab. Im Anschluss ist eine dreistündige Debatte vorgesehen. Das SR- Fernsehen überträgt live.

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