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Bistümer müssen noch mehr sparen

Saarbrücken. Die Bistümer Trier und Speyer, in deren Grenzen das Saarland liegt, sehen größere Sparmaßnahmen auf sich zukommen als bislang geplant. Das gaben die beiden Bischöfe Stephan Ackermann (Trier) und Karl-Heinz Wiesemann (Speyer) gestern nach ihrem Spitzengespräch mit Ministerpräsident Peter Müller (CDU) in Saarbrücken bekannt. Beide Geistliche wollten auf Nachfrage nicht ausschließen, dass dies auch Auswirkungen auf Kinderbetreuungseinrichtungen der katholischen Kirche im Saarland haben könnte. Ackermann und Wiesemann begrüßten die mit der Landesregierung vereinbarte Absenkung des kirchlichen Trägeranteils an vorschulischen Betreuungseinrichtungen von derzeit 12,5 auf zehn Prozent im Jahr 2013. "Das ist gut, aber der Weg bis dorthin wird nicht leicht", sagte Wiesemann. Die beiden Bistümer rechnen für 2009 mit rund zehn Prozent weniger Kirchensteuereinnahmen (Trier: minus 24 Millionen Euro; Speyer: minus 13 Millionen Euro). "Wenn im nächsten Jahr die Talsohle der Wirtschaftskrise nicht erreicht ist, werden wir noch einmal so viel einsparen müssen", sagte Ackermann. Diese Einschätzung teilt auch sein Amtskollege Wiesemann.

Die beiden Bischöfe zeigten sich einig mit Ministerpräsident Müller, "dass nur wenn alle wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Kräfte an einem Strang ziehen, sich die absehbaren Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise meistern lassen". Gerade in Zeiten der Krise "brauchen wir eine solidarische Gesellschaft", sagte Müller. Der Staat allein könne die Krise nicht lösen. Müller forderte einen Ordnungsrahmen für die Wirtschaft und "eine Orientierung von Managern an Ethik und Moral".

Die beiden Kirchenvertreter lobten, dass die Landesregierung im Zuge ihrer Konjunkturhilfe die Sanierung von 28 katholischen Kirchen und Kapellen im Saarland mit rund 1,3 Millionen Euro unterstütze. Müller betonte, dass die Sanierung von Sakralbauten in keinem anderen Bundesland Bestandteil der Konjunkturhilfen seien. Zustimmung erhielt die Landesregierung von Seiten der Kirche auch mit Blick auf die Förderung von 700 Stellen für Langzeitarbeitslose im Dritten Arbeitsmarkt. Ackermann: "Menschen, die sonst keine Chance auf einen Job hätten." Die Aktion Arbeit des Bistums Trier will demnächst gemeinsam mit der Landesregierung ein weiteres Projekt zur Schaffung von Jobs starten.
Johannes Schleuning (SZ)

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