L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Bloß kein Stress mit dem Essen: Wer ab heute fastet, hat sich an Weihnachten seine Gänsekeule verdient

Ein Licht für den Frieden. Auch beim Essen sollte kein Stress aufkommen. Foto: SZ/Schnaubelt

Ein Licht für den Frieden. Auch beim Essen sollte kein Stress aufkommen. Foto: SZ/Schnaubelt

Der Weihnachtsbraten oder die Weihnachtsgans gehörten zu Zeiten unserer Großeltern zur Grundausstattung eines gelungenen Weihnachtsfestes. Das war auch sinnvoll, zumal man früher nicht so sehr in Versuchung geführt wurde, sich schon Ende November mit Plätzchen, Glühwein und Stollen vollzustopften. Oder gar mit Kartoffelchips, Knoblauchbrot und Fleischkäse - Dinge, die man ebenfalls gerne auf Weihnachtsmärkten antrifft.

Was unsere Pfarrer ab und zu erwähnen: der Advent galt in der Kirche früher als Fastenzeit, ähnlich wie die Zeit vor Ostern. Außerdem soll es früher im Dezember kälter gewesen sein, jedenfalls wird das immer gerne erzählt. Und eine fette Gans schmeckt allemal besser, wenn's draußen friert und man sich wochenlang von Pellkartoffeln und Quark ernährt hat - an Stelle von Grill-Lyoner und Schoko-Printen bei 14 Grad und Sonnenschein.

Noch dazu sind atheistische Veganer auf dem Vormarsch, die die Vorstellung, man habe ein intelligentes Federvieh getötet, nur um ein Jahresendfest zu feiern, schlicht nicht ertragen können.

Dass auch Fleischesser einen Gänsebraten nur noch mit schlechtem Gewissen verspeisen können, dazu haben vor allem gute Ratschläge von angeblich besorgten Medizinern beigetragen: das Weihnachtsessen sei generell zu schwer, zu fett, die arme Leber müsse Höchstleistungen erbringen. Man sollte doch große Menüs sein lassen und lieber „ab und zu mal einen Apfel essen“, raten Gesundheits-Ratgeber.

Am Ende geht man als Leser populärer Medizin-Presse beschämt in sich und überlegt, ob es zu Weihnachten nicht doch eine einfache Rindfleischsuppe täte. Oder ein Gemüseauflauf. Fragt man jedoch mal beim Notfalldienst am Uniklinikum nach, so gehen die meisten akuten Fälle am Ersten Weihnachtstag nicht auf Verdauungsprobleme mit Gänsebraten zurück, sondern auf banale bis peinliche Dinge.

Zum Beispiel, dass der Vater am Weihnachtsmorgen mit der neuen elektrischen Heckenschere nicht die Hainbuchen, sondern sein Knie getroffen hat. Oder dass sich mal wieder jemand an Heiligabend am Lyoner verschluckt oder sich mit der Kerzenflamme Haare und Kopfhaut angesengt hat. Soll alles schon vorgekommen sein. Was lernt man daraus? Dass man sich einen schönen Rinder- Lamm- oder Schweinebraten nicht verderben lassen sollte, erst recht nicht die Weihnachtsgans. Wichtig ist, dass man sich keinen Stress macht - das raten alle Metzgereien in der Region, die schon vor Wochen Handzettel mit ihren Spezial-Angeboten fürs Fest verteilt haben. Gut ist, was lange im Topf schmoren kann, ohne Schaden zu nehmen. Das schont die Nerven und sorgt für ein gelungenes Fest, betont Ulrike Roth von der gleichnamigen Homburger Metzgerei.

Und was das schlechte Gewissen angeht: Man kann ab heute ja schon mal anfangen, ein bisschen zu hungern, es bleiben ja noch ein paar Tage bei Wasser, Brot und Pellkartoffeln. Danach kann man schlemmen, und am 26. Dezember gibt's dann den Apfel. Das gefällt den Veganern und all jenen, die gerne gute Ratschläge erteilen, an die sie sich selbst meist nicht halten.
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