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Blutkonserven-Engpass: DRK und Homburger Uniklinik kooperieren daher

Gleich neben dem erst vor kurzem eingeweihten neuen Blutspendezentrum am Universitätsklinikum in Homburg will nun auch der Blutspendedienst West des Deutschen Roten Kreuzes bauen. Geplant ist ein etwa vier Millionen Euro teures Gebäude für mobile Blutspendeteams und gemeinsame Forschung.

Von SZ-Redakteurin Ulrike Stumm

Homburg. Mit zwei Großinvestitionen und einer strategischen Partnerschaft soll im Saarland die Versorgung mit Spenderblut langfristig gesichert werden. Das hat Professor Hermann Eichler, Direktor des Instituts für klinische Hämostaseologie und Transfusionsmedizin des Universitätsklinikums in Homburg, zu dem auch der Blutspendedienst und das Hämophilie-Zentrum gehören, angekündigt. 

Hintergrund ist ein Mangel an Blutspendern. Gerade einmal knapp vier Prozent der Saarländer geben ihre Blut. Die Folge: Das Land sei „nicht selbstversorgend, was den Bedarf an den Blutpräparaten, die aus der klassischen Blutspende gewonnen werden, angeht“, so Eichler. Eine Unterdeckung von gut sechs Prozent hat er ausgerechnet, und das, obwohl die Spendezahlen im Jahr 2008 gegenüber 2007 sogar leicht angestiegen sind. Der Bedarf allerdings auch – und das Problem, fürchtet Eichler, werde sich verschärfen. Ein Grund dafür ist die demografische Entwicklung: Die Zahl der Menschen im spendefähigen Alter geht zurück; gleichzeitig gibt es mehr Menschen in einem Alter, in dem viele Blut brauchen.

Im Moment wird das Defizit an Blutkonserven ausgeglichen mit Hilfe des für das Saarland zuständigen Blutspendedienstes West beziehungsweise Rheinland-Pfalz/Saarland des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). „Doch darauf darf man sich nicht ausruhen“, so Eichler. Er möchte mehr Spender gewinnen und diejenigen, die schon jetzt spenden, dazu animieren, dies häufiger zu tun. Dazu plant er ein Aktionsbündnis Blutspende Saar zwischen Universitätsklinikum und dem DRK-Blutspendedienst. „Wir sind aber auch offen dafür, wenn die Blutspende-Zentrale Saar-Pfalz mitmachen möchte“, betont Eichler. Diese hat ihren Sitz am Winterberg-Klinikum in Saarbrücken und am Westpfalz-Klinikum in Kaiserslautern. Eichler selbst ist mit seinem Institut vor wenigen Monaten in ein neues Gebäude direkt vor dem Tor des Uniklinik Homburg gezogen. Knapp ein Jahr lang wurde an dem Bau gearbeitet. 2,2 Millionen Euro hat es gekostet.

Dabei allein soll es aber nicht bleiben. Direkt nebenan ist ein weiterer Neubau geplant: Der DRK-Blutspendedienst West will hier in ein Haus errichten, das der Standort für mobile Teams sein wird, die zu Blutspende-Terminen durchs Land fahren. Etwa vier Millionen Euro soll dies kosten, teilte Pressesprecher Friedrich-Ernst Düppe mit. Spatenstich ist im September. Gerodet wurde das Gelände bereits, bis Juli 2011 soll das Haus stehen. Von Homburg aus könne dann das ganze Saarland bedient werden, möglicherweise auch das südliche Rheinland-Pfalz, so Düppe. Bisher mussten vom Sitz des Dienstes in Bad Kreuznach lange Anfahrtszeiten in Kauf genommen werden. Zudem soll hier geforscht werden und gemeinsam mit der Uniklinik an Entwicklungen im Bereich der Blutspende gearbeitet werden.

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