L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Bolzplatzlärm: Burbacher verlieren Prozess

Saarbrücken. Triumphgefühle? Keine Spur. Saarbrückens Rechtsdezernent Jürgen Wohlfahrth berichtet am Mittwoch (16.03.2011) nach einem gewonnenen Prozess um Bolzplatzlärm nüchtern von einem Sieg der Stadt. Und er will doch nicht von Verlierern sprechen. Dass dieses Verfahren rein gar nichts mit berüchtigten Klagen gegen Kinderlärm zu tun hat, macht der städtische Jurist dann gleich auch noch klar.

Denn so bald wie möglich soll vom Bolzplatz Weißenburger/Isenheimer Straße, um den es vor dem Verwaltungsgericht ging, tatsächlich weniger Krach in die umliegenden Wohnungen schwappen.



Lärm vor allem außerhalb der Öffnungszeiten

Die Lärmquelle, besagter Bolzplatz, ist werktags von 8 bis 13 Uhr und von 15 bis 20 Uhr geöffnet. Sonntags dürfen sich die jungen Kicker von 10 bis 12 und von 14 bis 18 Uhr austoben. Nun halten sich viele nicht an diese Zeiten. Auch abends nicht. Das nervt Nachbarn. Vor allem, wenn Bälle wieder und wieder das Fanggitter scheppern lassen. „Die Kläger haben geltend gemacht, dass der Lärm vor allem außerhalb der Öffnungszeiten entsteht“, erläutert Wohlfarth. Wie groß dieser Lärm ist, hat der Prozess nicht geklärt. Die Saarlouiser Richter verzichteten wegen der unklaren Rechtslage auf eine Lärmmessung, fehlen doch für Bolzplätze eigene Lärmschutzregeln. Stattdessen hatten die Verwaltungsrichter früher im Verfahren nur darauf verwiesen, die Öffnungszeiten würden nicht überwacht.

„Wegen des Lärms von Kindern gab es bisher keine Verfahren.“

Was bei 40 städtischen Bolzplätzen auch schwierig – und unbezahlbar – wäre. Müsste die Stadt einen privaten Wachdienst einschalten, würde der allein schon für den Burbacher Platz 9000 Euro im Jahr kosten, gibt Wohlfarth zu bedenken. Mit eigenen Leuten, also dem Kommunalen Ordnungsdienst, wäre die Bolzplatzkontrolle auch nicht zu machen, weil den Mitarbeitern dann zu wenig Zeit für ihre anderen Aufgaben bliebe – zum Beispiel den Kampf gegen Müllsünder. „Ohne zusätzliches Personal wäre das also nicht gegangen“, sagt der Dezernent.

Nach Umbau weniger Lärm von der Anlage

Mit dem gestrigen Urteil ist die Sorge, wer die Öffnungszeiten kontrollieren und wer das bezahlen soll, offenbar vom Tisch. Wobei Wohlfarth – ganz Jurist – natürlich das schriftliche Urteil abwartet, um die Konsequenzen für die Stadt abzuschätzen. „Wir haben ja noch keine Begründung.“ Dagegen steht für ihn und die Kollegen vom Grünamt schon fest, dass nach einem Umbau weniger Lärm von der Anlage ausgehen soll. Nicht nur aus der Umgebung dieses Bolzplatzes gebe es Unmut. „Natürlich haben wir Beschwerden.“ Hinzu komme der Lärm von Schulhöfen an den Nachmittagen, der Anwohner nervt. Aber, und das ist dem Rechtsdezernenten auch wichtig: Saarbrücker ziehen nicht gegen fröhlich spielende und dabei laute Kinder vor Gericht. „Wegen des Lärms von Kindern gab es bisher keine Verfahren.“

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