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Bombenanschlag bleibt ungesühnt

  Saarbrücken. Es war etwa 4.40 Uhr, als ein lauter Knall die Bürger in Alt-Saarbrücken aus dem Schlaf riss. Am 9. März 1999, also genau vor zehn Jahren, erschütterte eine Explosion die Nacht. Unbekannte hatten eine Bombe am Volkshochschul-Zentrum neben dem Schloss gezündet. Dort wurde die damals heftig diskutierte Wanderausstellung „Vernichtungskrieg – Verbrechen der Wehrmacht 1941 - 1944“ des Hamburger Instituts für Sozialforschung gezeigt.

Wer dafür verantwortlich war – dies ist eine Frage, die auch ein Jahrzehnt nach der Tat nicht beantwortet werden kann. Die Ermittler vermuteten die Täter im rechtsextremen Umfeld. Mehr ist auch heute nicht bekannt. Trotz Sonderkommission, trotz umfangreicher Ermittlungen. Staatsanwalt Bernd Meiners (44) erklärte jetzt gegenüber der SZ: „Die Tat wurde nie aufgeklärt.“ Wenn sich neue Hinweise ergäben, würden die momentan ruhenden Ermittlungen wieder aufgenommen. Meiners: „Es gilt eine Verjährungsfrist von 20 Jahren ab Tatbegehung.“

Die SZ informierte umfassend über das Bombenattentat. Wie durch ein Wunder kamen keine Menschen zu Schaden. Doch die Wucht der Explosion hatte andere heftige Folgen: Beschädigt wurden nicht nur Gebäudeteile des VHS-Zentrums und einige Exponate. Auch wertvolle bleiverglaste Fenster der Schlosskirche fielen dem Anschlag zum Opfer.

Die Ausstellung öffnete nur wenige Tage nach dem Anschlag wieder – unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. up

Unter dem Motto „Zehn Jahre danach“ spricht am Donnerstag, 19. März, 19 Uhr, Hannes Heer auf Einladung der Heinrich-Böll-Stiftung Saar im Kultur- und Werkhof, Nauwieser 19 in Saarbrücken, unter anderem über die Proteste der rechten Szene gegen die Aussagen der Ausstellung. Er war bis 2000 Wissenschaftler am Hamburger Institut für Sozialforschung und konzipierte die Wehrmachtsausstellung. 
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