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Bordellbetreiber im Visier: Ermittlungen gegen zwei Chefs von Neunkircher Rotlichtbetrieben

Wurden in Neunkirchen Frauen zum Sex gezwungen?Symbolfoto: dpa</p>

Wurden in Neunkirchen Frauen zum Sex gezwungen?Symbolfoto: dpa

„Beim Sex mit den Männern denke ich immer an mich“, sagt die junge Frau. „Ich mache ein bisschen Theater für sie.“ Im Gespräch mit Prostituierten des Bordells „Liebeshöhle Neunkirchen “ wird schnell klar, dass der Arbeitsalltag im Milieu grauer ist, als manche das vermuten. Obwohl im Saarland die meisten Prostituierten in Saarbrücken arbeiten (siehe „Auf einen Blick“), ist aktuell besonders Neunkirchen im Visier der Ermittler. Gegen zwei Betreiber Neunkircher Rotlicht-Betriebe laufen derzeit Verfahren bei der Staatsanwaltschaft Saarbrücken; die „Liebeshöhle“ ist, wie es heißt, nicht darunter.

Die beiden beschuldigten Betreiber stehen im Verdacht, Menschenhandel zu betreiben, also Frauen sexuell auszubeuten. Das erfuhr die SZ aus dem für die Ermittlungen zuständigen Landespolizeipräsidium in Saarbrücken. Bei den beiden Verfahren handelt es sich saarlandweit um die beiden einzigen neuen Fälle dieser Art aus dem laufenden Jahr. Das erklärte Peter Mercher, Leiter des Dezernats für Menschenhandel und Schleusung.

Die zuständige Staatsanwaltschaft teilte mit, dass zum Tatverdacht „ Menschenhandel “ in diesem Jahr zwei neue Verfahren eröffnet wurden. „Einzelheiten zu diesen Verfahren können allerdings – um den Ermittlungserfolg nicht zu gefährden – jedenfalls zum gegenwärtigen Zeitpunkt“ nicht gegeben werden, teilte Christoph Rebmann, Sprecher der Staatsanwaltschaft , mit.

 

Freiwillig oder nicht?

Neben der „Liebeshöhle“ gibt es noch sechs weitere gemeldete Rotlicht-Betriebe in der Kreisstadt. An der Fassade der Gebäude glimmen oft rote Lampen, davor parken Autos mit Kennzeichen aus Frankreich, Luxemburg, dem gesamten Saarland und dem benachbarten Rheinland-Pfalz.

 

Bei weitem nicht alle Rotlicht-Anbieter und Prostituierte sind registriert. Da ist die junge blonde Frau, die in der Hüttenbergstraße in ein Auto mit Luxemburger Kennzeichen steigt oder die Osteuropäerin, die in dem Hinterzimmer einer teuren Bar in der Oberstadt mit Männern gegen Geld schläft. In der Neunkircher Unterstadt soll bis zum Spätsommer in der oberen Etage eines Mietshauses gar ein illegales Bordell betrieben worden sein. Nach einer Polizeirazzia wurde es offenbar geschlossen. Nach Informationen unserer Zeitung ermittelt die Staatsanwaltschaft in diesem konkreten Zusammenhang gegen einen 71 Jahre alten Rentner.

„Gezwungen oder freiwillig? Die Grenzen sind fließend“, sagt Sabrina Burkhardt von der Prostituierten-Beratungsstelle Aldona in Saarbrücken. Es gebe Frauen im Milieu, die das schnelle Geld verdienen wollten, Frauen, die nur so Geld verdienen könnten, und Frauen, die zur Prostitution gezwungen würden. In Neunkirchen wurden die „fließenden Grenzen“ wohl gleich mehrfach überschritten.

 

Zum Thema:

 

Bei mehreren Polizeikontrollen in Neunkirchen bis Anfang Oktober wurden 100 Prostituierte in sieben Bordellen angetroffen. 68 waren Rumäninnen, die Übrigen verteilen sich auf zwölf weitere Nationalitäten. Über Terminwohnungen, also Prostitution außerhalb von Bordellen, liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor. Saarlandweit gibt es laut dem Prostituiertenverein Aldona etwa 1200 bis 1500 Prostituierte , die meisten arbeiten demnach in Saarbrücken. red

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