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Borgard geht - Hartmut Ostermann neuer FCS-Präsident

Hartmut Ostermann ist wieder FCS-Präsident.

Hartmut Ostermann ist wieder FCS-Präsident.

  Der neue Präsident des 1. FC Saarbrücken heißt  Ostermann. Der Aufsichtsrat des Malstatter Traditionsklubs wählte gestern Abend seinen ehemaligen Präsidenten und langjährigen Sponsor, den Unternehmer Hartmut Ostermann (61), einstimmig zum neuen Chef. Der bisherige Präsident Paul Borgard (65) verzichtet – wie von der Saarbrücker Zeitung gestern bereits berichtet – auf das Amt, das er nach dem Rücktritt von Horst Hinschberger (2010) übernommen hatte. „Es scheint mir sinnvoll zu sein, nicht bis zur Mitgliederversammlung zu warten“, erklärte Borgard gestern in einem Rücktrittsschreiben. „So hat mein Nachfolger die Möglichkeit, die weiteren Planungen für die laufende Saison sowie für das kommende Lizenzierungsverfahren selbst zu initiieren“, steht da weiter.

Borgard in den Aufsichtsrat?

Dass der Verein einen neuen Präsidenten ohne Mitgliedervotum installieren kann, ist satzungsgemäß kein Problem. Denn nicht die Mitglieder, sondern der Aufsichtsrat beruft das Präsidium. Die Versammlung wählt den Aufsichtsrat – und damit nur mittelbar das Präsidium. Die Mitgliederversammlung (MV) sollte turnusmäßig noch in diesem Jahr stattfinden – im November, spätestens im Dezember. Bereits gestern Mittag antwortete Borgard auf die Frage, ob er gesagt habe, dass er sofort seinen Platz räume, wenn Ostermann diesen will: „Mich bekommt ihr nicht mehr los.“ Er wird wohl in den Aufsichtsrat wechseln.

Doch warum der Rücktritt? Sicher, um Ostermann und seine Finanzstärke noch enger an den Verein zu binden. Aber auch aus persönlichen Gründen: Borgard stand in den drei Jahren seiner Amtszeit meist unter Druck. Die ein oder andere ungeschickte Äußerung brachte ihm unter Mitgliedern und Fans nicht nur Freunde ein. Da war die dürftige Krisenkommunikation nach dem Schalke-DFB-Pokal-Spiel 2012 (Wasserdesaster), oder Mitgliederversammlungen, die Borgard nicht sehr souverän leitete. Auch ist seine Rolle im Planverfahren zur Stadionsanierung umstritten. Zusammengefasst: Die kommende MV wäre für Borgard und auch für Aufsichtsratschef Reinhard Klimmt eher kein gemütlicher Abend unter Freunden geworden. Der Borgard-Rücktritt nimmt der Versammlung und auch Klimmt den Druck. Auch wenn Borgard gestern erklärte, dass er auch erfolgreich gearbeitet habe: „Ich war mir bewusst, dass die Zukunft des Vereins an der Stadion-Entscheidung hing und habe alle Kraft der Erreichung dieses Ziels gewidmet. Von einer positiven Entscheidung hing auch das weitere Engagement unseres Hauptsponsors ab. Diese Bedingung ist jetzt erfüllt.“

Doch worin liegt die Motivation von Ostermann, das Amt erneut zu übernehmen? Schließlich war der 61-Jährige auch nicht Jedermanns Liebling, als er sein Amt 1998 in der damaligen 3. Liga (Regionalliga) annahm. Zwar ging es zunächst bergauf. Als er 2007 jedoch aufhörte, war der FCS über den Umweg 2. Liga in der damaligen 5. Liga (Oberliga) gestrandet. Ostermann wurde zum Buhmann. Keine solide Einkaufspolitik, Abstiege. Dazu habe er sich in sportliche Fragen eingemischt. Die Liste der Vorwürfe aus Reihen der Anhänger war facettenreich. Will er mit seiner erneuten Amtsübernahme etwas gutmachen? Ein heroisches Motiv? Oder er hat einfach die Nase voll, dass andere sein Geld ausgeben, das er seit mehr als 15 Jahren in den Verein pumpt?

Ostermann ist Geschäftsmann und besitzt auch Vermarktungsrechte am Verein, die nach einem Umbau des Stadions mehr wert sein könnten. Auch das könnte ein Motiv sein. Dass er wieder mehr Macht haben will, war bereits bei der Verpflichtung von Trainer Milan Sasic zu spüren. Die hat er nach SZ-Infos mehr oder weniger alleine eingetütet. Ohne Borgard. Ostermann selbst war gestern nicht zu erreichen.

Ein weiteres Thema der FCS-Sitzung gestern in der Kaminstube des Victor’s Hotel (gehört auch Ostermann) war auch die Nachlizenzierung. Der FCS muss bis heute um 12 Uhr beim DFB noch Gelder nachweisen. Laut SZ-Infos handelt es sich um mindestens 800.000 Euro – etwas weniger, als der FCS im DFB-Pokal an Fernsehgeldern bisher eingespielt hat.
 
Meinung
Ein echter Kracher
Von  Bernard Bernarding


Hoppla, das ist ein echter Kracher: Der langjährige Sponsor und Mäzen Hartmut Ostermann darf wieder mitspielen. Der Aufsichtsrat des FCS hat ihn eingewechselt, nachdem der Sportsfreund Paul Borgard seine Pflicht erfüllt hat. Offenbar will der Unternehmer Ostermann etwas gutmachen: der unglückliche Abstieg 2007 nagt bis heute an der blauschwarzen Seele.
Es ist ein bemerkenswertes Comeback, das mancher Fan vielleicht kritisch sehen wird. Andererseits gilt es zu bedenken, dass Ostermann, der den Verein seit 15 Jahren mit immensen Summen unterstützt, sich zweifellos nachhaltige Verdienste erworben hat. Wenn man die Verantwortung für das Drama von 2007 nun als Ansporn für noch mehr Engagement wertet, ist das erstmal zu begrüßen. Allerdings dürfen die vielen Freunde des 1. FC Saarbrücken durchaus erwarten, dass der neue Präsident aus alter Erfahrung klug geworden ist - und Fehler von früher nicht wiederholt.

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