L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Borger: Saar-Jäger, sollen mehr Rehe erschießen

Der Bestand an Eichen, Eschen, Ahörnern und Weißtannen im Saarland sinkt dramatisch. Schuld daran sind Rehe, die die jungen Bäumchen wegbeißen. Staatssekretär Borger ruft die Jäger zu Hilfe.

Der Bestand an Eichen, Eschen, Ahörnern und Weißtannen im Saarland sinkt dramatisch. Schuld daran sind Rehe, die die jungen Bäumchen wegbeißen. Staatssekretär Borger ruft die Jäger zu Hilfe.

Saarbrücken. Der saarländische Wald steht vor einer uniformen Zukunft: Wenn nicht eingegriffen wird, bleiben von der Baumartenvielfalt nur Buchen und Fichten übrig, deren junge Bäumchen den Rehen, Hirschen, Dam- und Muffelwild nicht munden. „Unser Wald soll ein Eintopf mit vielen Zutaten sein“, betonte Umweltstaatssekretär Klaus Borger (Grüne) gestern in Saarbrücken gegenüber der SZ. Durch den Schalenwildverbiss sinke die Vielfalt der Baumarten dramatisch. Vor allem Eichen sind die Leidtragenden. „Es gibt Gebiete im Saarland, da finden sie keine Eiche mehr“, erklärte Forstdirektor Hans-Albert Letter. Besonders schlimm ist der so genannte Verbiss im Bliesgau, Warndt und im Nordsaarland. „Im Forst am Peterberg haben wir 70 Prozent Ausfall bei den jungen Bäumen von etwa ein Meter Größe“, sagte Erich Fritz, Forstplaner beim Landesbetrieb Saarforst.

„Um dem Verlust der Artenvielfalt im Wald entgegenzuwirken, müssen die Jäger mehr als bisher zum verantwortungsvollen Partner der Waldbesitzer und der Forstwirtschaft werden“, appellierte Borger an die Jäger, mehr Rehe zu schießen, die die Hauptverursacher der Misere seien. „Im Saarland stehen jährlich 10 000 Rehe auf dem Abschussplan“, sagte Letter.

Doch das reicht offenbar nicht aus. Am Peterberg hat Borger jüngst mit einem Jagdpächter eine Vereinbarung getroffen: Der Waidmann will jetzt mehr Rehe zur Strecke bringen. Doch in einem anderen Jagdgebiet in Nonnweiler/Nohfelden hat Letter eine behördliche Anordnung erlassen: Der Jäger muss jetzt den „körperlichen Nachweis“ erbringen, dass er die Abschusszahl einhält – er muss die getöteten Rehe einem Saarforst-Mann vorlegen. Und in einem weiteren Revier haben Jäger jetzt gegen das Umweltministerium geklagt, weil sie die Abschuss-Anordnung nicht erfüllen wollen, wie Letter einräumte.

Mit heftiger Kritik an Borgers Jungwald-Schutzplan reagierte der Landesjägermeister Andreas Schober, Chef der Vereinigung der Jäger des Saarlandes (VJS). „Borgers Grundsatz Wald vor Wild ist verfassungswidrig. Der Saarforst sollte erstmal vor der eigenen Tür kehren“, sagte Schober der SZ und verwies auf „Fehler, die dort in den vergangenen Jahren gemacht worden sind“. „Der Saarforst selbst müsste 4000 Rehe mehr jagen“, betonte Schober. Zudem richteten die Wildschweine einen bedeutend größeren Schaden an. „Die müssen verstärkt bejagt werden,“ so Schober, der etwa 3500 Jäger im Lande vertritt.

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