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Boris Becker will für Russland Fußball spielen

Kaiserslautern. Boris Becker. So ein Name kann eine ganz schöne Last sein. Nicht nur im Privaten. Es kommt einem immer dieser Tennis-Spieler in den Sinn. Dabei hatte die Namens-Wahl der Eltern dieses Boris Becker rein gar nichts mit Bumm-Bumm oder der Becker-Faust zu tun. Damals, noch in Russland, war es ein durchaus üblicher Tribut an den amtierenden Präsidenten, Kinder nach ihm zu benennen – und 1991 war das eben Boris Jelzin.

„Ich war ja jung, und auf dem Dorf geht so was leichter"

Als Boris Becker vier Jahre alt war, siedelten seine Eltern mit ihm aus Tambow nach Deutschland über und landeten im saarländischen Primstal. Groß war es nicht, dieses Tambow nahe der georgischen Grenze mit 280 000 Einwohnern. Aber im Gegensatz zum beschaulichen Primstal eine andere Welt – vor allem für einen Vierjährigen, der kein Deutsch konnte. Schwer gefallen ist es ihm dennoch nicht: „Ich war ja jung, und auf dem Dorf geht so was leichter. Mit der Sprache war es nicht einfach, aber sonst hatte ich gar keine Probleme, mich einzuleben“, erinnert sich Becker.

Rasanter Aufstieg

Dass der Junge Fußball spielen konnte, hat vielleicht auch ein Übriges getan. Sein Vater hat in Russland in der 2. Liga gespielt und seinem Sohn viel von diesem Talent vermacht. Ein rasanter Aufstieg über die Jugend des VfL Primstal und die Nachwuchsmannschaften des Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern, wohin er vor gut vier Jahren wechselte, führte Boris Becker bis in die Jugend-Nationalmannschaften des Deutschen Fußball-Bundes. Am Ende dann der Aufstieg zu den Amateuren des FCK.

Immer sah es so aus, als würde Boris Becker – sofern er dazu eingeladen würde – vielleicht irgendwann einmal für die deutsche Nationalmannschaft auflaufen. Das scheint sich geändert zu haben. Als eine Moskauer Zeitung ihn vor einigen Wochen fragte, ob er für die russische Nationalelf spielen würde, bejahte Becker: „Mein Herz hat schon immer auch für die russische Nationalmannschaft geschlagen. Das war nicht einfach, aber ich hatte mir das gewünscht.“ Wobei ihn die Anfrage überrascht hat: „Plötzlich hieß es, dass eine russische Zeitung gerne ein Interview mit mir hätte. Und dann kam die Frage, ob ich für die russische Nationalmannschaft spielen will.“ Die er mit Ja beantwortete. Vor ein paar Jahren, als er im Kader der deutschen U17 stand, hatte sich das anders angehört. Da hatte er sich stärker mit seiner neuen Heimat verbunden gefühlt.


Der Weg  ist  lang

Woher der Wandel kommt, kann der 20-Jährige nicht erklären. Mag es ein gewachsenes Gefühl für die alte Heimat sein. Oder die Situation, dass er – teils Grund, teils Folge dieser Entscheidung – seit längerem nicht mehr nominiert wurde. Oder der vielleicht leichtere Weg in die russische Auswahl. Der Weg dorthin ist freilich lang. Zumal er sich nach seinem Wechsel aus der FCK-Jugend zu den Amateuren in die Mannschaft gespielt hatte, in dieser Saison aber nicht mehr zu den Stammspielern gehört.

Keine guten Voraussetzung für Nationalmannschafts-Ambitionen. Denn auch in der aktuellen Regionalliga-Saison ist er beim FCK II nicht über neun Einsätze hinausgekommen. Seine Ziele sind dafür noch immer klar: „Ich will auf jeden Fall höherklassig spielen. Ich bin 20, und so viel Zeit habe ich ja auch nicht mehr.“ Eine Aussage, die auf den ersten Blick überraschend sein mag. Aber sie ist auch Ausdruck dessen, dass da einer weiß, was er will und weiß, was es dazu braucht.

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