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Bosch Homburg: Kurzarbeit bis Ende 2010

  Vor allem wegen der weltweit schwachen Nachfrage nach Dieselsystemen für Nutzfahrzeuge verlängert Bosch in Homburg die Kurzarbeit bis Ende 2010. Gleichzeitig bekommt der Standort einen neuen Chef.

Von SZ-Redakteur Thomas Sponticcia

Homburg. Die Wirtschaftskrise macht den Speditionen und Herstellern von Nutzfahrzeugen stark zu schaffen. Uwe Gackstatter, noch bis 1. Oktober kaufmännischer Leiter des Bosch-Werks in Homburg, verwies in seiner letzten Jahres-Pressekonferenz auf weltweite Einbrüche der Nachfrage nach Diesel-Systemen für Lkw. Auf einigen Märkten, etwa Russland, sei die Nachfrage um 70 Prozent zurückgegangen.

Vorrangiges Ziel bleibe, die Stammbelegschaft zu halten. Deshalb wird die Kurzarbeit bis Ende 2010 verlängert. Für die Verwaltung gilt weiter die Vier-Tage-Woche. In der Produktion gibt es individuelle Lösungen je nach Bedarf. Gleichzeitig nehmen 150 der 6200 Mitarbeiter eine besondere Vorruhestands-Regelung an.

Trotz Wirtschaftskrise will Bosch den Ingenieur-Nachwuchs sichern. Es werde deshalb versucht, wie bisher, alle Auszubildenden unbefristet zu übernehmen. Derzeit erlernen 180 Jugendliche einen Beruf bei Bosch, davon 160 im technisch-gewerblichen Bereich. Alleine für die Ausbildung wendet Bosch-Homburg 2009 fünf Millionen Euro auf. Seit dem Jahr 2000 wurden insgesamt 600 Milllionen Euro in den Standort investiert. Für 2009 und 2010 sind je 18 Millionen Euro vorgesehen.

Uwe Gackstatter sieht das Werk Homburg mit hervorragenden Mitarbeitern erstklassig aufgestellt. Gackstatter übernimmt zum 1. Oktober neue Führungsaufgaben in Abstatt bei Stuttgart, wo Bremssysteme hergestellt werden. Nachfolger in Homburg wird Franz Folz, bisher Geschäftsführer von Bosch in Südafrika.

In seiner Abschiedsrede würdigte Thomas Gönner als Technischer Direktor des Werks Homburg seinen Kollegen Gackstatter als „hartnäckig und positiv penetrant mit Kompetenz und Sachverstand.“ Sein Führungsstil habe sich ausgedrückt durch „Überzeugen statt anordnen.“ Gackstatter habe stets als Teamplayer die Nähe zu den Beschäftigten gesucht. Als Beispiel nannte Gönner die Einführung einer neuen Logistik.

Um sich persönlich ein Bild von den Abläufen zu verschaffen, „hat er einen Tag als Materialversorger seine Runden durch das Werk gemacht“, so Gönner. Auch Betriebsratschef Dieter Klein würdigte Gackstatters Fairness und die Nähe zu den Beschäftigten. Ihm sei es zudem gelungen, das Image des Werks Homburg als weltweit kompetenter Produzent in der Konzernzentrale in Stuttgart zu stärken, betonte wiederum Gönner. Alleine die Produktivität sei unter Gackstatter um 40 Prozent gestiegen. „Sie haben den Standort Homburg stärker gemacht“, bestätigte ihm auch Wirtschaftsminister Joachim Rippel (CDU). Homburgs Bürgermeister Klaus Roth (CDU) würdigte Gackstatters Ideen für den „Stadt-Entwicklungsplan Homburg 2025“.
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