A623 Friedrichsthal Richtung Saarbrücken Zwischen AS Saarbrücken-Herrensohr und Einmündung Rodenhof Bauarbeiten, linker Fahrstreifen gesperrt, Stau zu erwarten bis 19.10.2017 05:00 Uhr (17.10.2017, 16:49)

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Bosch Homburg verfehlt Ziele

Symbolfoto

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Der Bosch-Standort in Homburg mit seinen derzeit rund 5300 Beschäftigten bekommt die Kaufzurückhaltung gegenüber neuen Diesel-Pkw voll zu spüren. „Wir merken den Rückgang des Diesel-Anteils an Pkw-Neuzulassungen. In nahezu all unseren Erzeugnissen liegen die Stückzahlen unterhalb des Plans und auch größtenteils unter denen des Vorjahres.“ Dies mussten gestern übereinstimmend die kaufmännische Direktorin Karin Gilges und der technische Direktor Thomas Gönner einräumen. Dieser Trend zeichne sich auch bereits für die ersten Monate des kommenden Jahres ab. Erschwert werde die Lage noch zusätzlich durch immer kurzfristigere Bestellungen der Kunden. Derzeit würden in Homburg jährlich rund neun Millionen Injektoren (Einspritzdüsen) für Pkw und rund vier Millionen für Nutzfahrzeuge gefertigt. Lediglich in letzterem Bereich sei ein leichter Anstieg der Nachfrage zu verzeichnen.

Die derzeit schlechte Marktentwicklung für Pkw-Dieselprodukte lasse auch keine verlässlichen längerfristigen Prognosen über den Personalbedarf zu. Gönner und Gilges gehen zumindest für das erste Halbjahr 2017 von einer stabilen Beschäftigungslage aus. Auch darüber hinaus sei das Ziel, die Zahl der Mitarbeiter möglichst konstant zu halten. Gegenwärtig liefen Gespräche mit der Konzernleitung in Stuttgart über Möglichkeiten, wie man neue Produkte zur Fertigung an den Standort Homburg bringen könne.

Ü ber nähere Einzelheiten wollten sich Gönner und Gilges nicht äußern, da diese Überlegungen auch von der weiteren Gesamtentwicklung im Konzern sowie den künftigen Strategien auch für andere Bosch-Standorte im In- und Ausland abhingen. Klar sei jedoch schon, dass Bosch in Homburg auch künftig Leitwerk für Neuentwicklungen bleiben soll, die anschließend auch weltweit umgesetzt werden .

In Homburg ist man jetzt schon dabei, das Werk mit neuen Geschäftsfeldern unabhängiger vom Diesel-Geschäft zu machen. So bieten die Homburger, basierend auf umfangreiche Erfahrungen in der eigenen Produktion, ein umfangreiches Energie-Management für andere Unternehmen an: egal ob Mittelstand oder Großbetrieb. Ziel ist es, durch eine umfangreiche Energieberatung und Erfassung zahlreicher Verbrauchsdaten deutliche Kosteneinsparungen in der Produktion zu erreichen. Das Homburger Bosch-Werk ist auf diesem Feld bereits für andere Bosch-Standorte sowie für Mittelständler tätig.

Als zweites neues Geschäftsmodell sollen die bisherigen eigenen Erfahrungen einer stärkeren Kooperation von Mensch und Maschine im Rahmen des Konzepts „Industrie 4.0“ vermarktet und anderen Unternehmen aus verschiedenen Branchen angeboten werden. Im kommenden Jahr investiert Bosch voraussichtlich 40 Millionen Euro in den Standort Homburg . Davon sind allerdings rund 20 Millionen Euro verschobene Investitionen aus dem Jahr 2016.

 

Meinung:

 

 

Es wird immer enger

Von SZ-Redakteur Thomas Sponticcia

 

Bosch in Homburg ist noch viel zu stark abhängig von allen Entwicklungen rund um den Diesel . Das hat erneut der VW-Skandal gezeigt, der viele Bürger derzeit vom Kauf eines Diesel-Pkw abhält. Doch auch zunehmende Umweltauflagen, Berichte über Feinstaubalarm und die fortschreitende Elektromobilität gehen zu Lasten des Diesel und belasten damit auch den Fortbestand des Bosch-Werks Homburg . Dort müsste längst Klarheit herrschen, mit welchen Produkten man künftig bestehen und Beschäftigung halten will. Womöglich kann Homburg auch Beiträge zur Elektromobilität liefern. Nur: Es müssen endlich Fakten geschaffen werden.

 
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