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Bosch in Homburg stellt 130 befristet Beschäftigte ein

Im Homburger Werk für Dieseleinspritz-Systeme läuft es wieder besser.

Im Homburger Werk für Dieseleinspritz-Systeme läuft es wieder besser.

Die Kraftfahrzeugtechnik hat bei Bosch nach schwachen Vorjahren 2013 einen deutlichen Sprung gemacht und um knapp sieben Prozent Umsatz auf 30,6 Milliarden Euro zugelegt. Der stärkste Schub kam von der spritsparenden Benzin-Direkteinspritzungs- Technik, sagte der Chef des Technik-Konzerns, Volkmar Denner, am Mittwoch bei der Bilanzvorlage in Gerlingen bei Stuttgart. In diesem Jahr will Bosch rund neun (2013: sieben) Millionen dieser Systeme an die Pkw-Hersteller verkaufen. Die steigenden Anforderungen an Klimaschutz und Abgasnormen spielen den Schwaben, die diese Technologie vorangetrieben haben, dabei in die Hände. „Gleiches gilt auch für unser Dieselgeschäft. Erstmals werden wir in diesem Jahr zehn Millionen Einspritz-Systeme ausliefern, davon über eine Million für die neue Abgasnorm Euro 6“, sagte Denner.

Davon profitiert auch das Bosch-Werk in Homburg. „Die Nachfrage für unsere Produkte aus Homburg hat angezogen. Wir sind aktuell stabil ausgelastet und gehen davon auch für den Rest des Jahres aus“, sagte Wolf-Henning Scheider, der seit Juli 2013 den Unternehmensbereich Kfz-Technik verantwortet. In Homburg werden Dieseleinspritz- Systeme sowohl für Pkws (Anteil 60 Prozent) und Nutzfahrzeuge hergestellt.

„Wir werden den Diesel wettbewerbsfähig erhalten“, versprach Bosch- Chef Denner. Und setzt dabei auf eine steigende Nachfrage für den sparsamen Selbstzünder in den USA, wo der Dieselantrieb bisher für Autos nahezu keine Rolle spielte. „Wir hoffen jetzt, dass in den USA der Durchbruch für den Diesel-Pkw kommt.“

Aufgrund der guten Nachfrage nach Diesel-Systemen stellte Bosch in Homburg rund 130 Mitarbeiter mit befristeten Arbeitsverträgen ein, ein Instrument, das seit Jahren zum Auffangen von Produktionsspitzen eingesetzt wird. Die IG Metall kritisiert diese Praxis und befürchtet einen weiteren Abbau der Stammbelegschaft. Scheider machte keine Personalprognose: „Wir hängen von der Konjunktur ab.“

Bosch hat in Homburg in der Diesel-Sparte die Stammbelegschaft seit 2008 um etwa 800 Köpfe reduziert. Aktuell beschäftigt die gesamte Bosch- Gruppe im Saarland rund 500 Mitarbeiter, davon 4600 in der Diesel-Sparte, rund 800 bei Bosch-Rexroth, 30 im Kundendienst in Saarbrücken, 100 beim Dieselprüftechnik-Hersteller Moehwald sowie rund 100 bei Bosch Emission Systems in Neunkirchen, wo Abgassysteme für Traktoren, Mähdrescher, Bagger oder Radlader hergestellt werden. „Hier sehen wir in den nächsten Jahren einen großen Markt und wir werden dort neue Arbeitsplätze schaffen“, sagte der gebürtige Saarbrücker Wolf-Henning Scheider.

Der Bosch Konzern setzte 2013 mit Kfz-Technik, Konsumgütern, Industrie- sowie Energie- und Gebäudetechnik 46,1 Milliarden Euro um (2012.: 44,7) und erwartet für dieses Jahr drei bis fünf Prozent Wachstum. Der Ausstieg aus dem Solargeschäft drückte den Gewinn, so dass unterm Strich 1,25 Milliarden Euro (Vorjahr: 2,3) übrig blieben.
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