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Bouillon: Beim Müll spart St. Wendel 750.000 Euro

Symbolfoto

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Seit dem jahr 2000 beschreitet St..Wendel bei der Abfallwirtschaft eigene Wege. Dafür erntet Bürgermeister Klaus Bouillon.(CDU) bis heute Missgunst jener, die dem Entsorgungsverband Saar (EVS) die Treue halten und über ihn die Müllentsorgung organisieren lassen. Doch der hiesige Rathauschef ist vollends überzeugt, dass sein Alleingang die Bürger bei den Müllgebühren billiger kommt. In diesem Jahr „sind das bis zu 750.000.Euro, die wir einsparen“, vermeldet Bouillon. Geringere Ausgaben, die den Einwohnern durch geringere Gebühren zu Gute kämen. Seit der Selbstorganisation, unabhängig vom kommunalen Zweckverband EVS, habe St..Wendel „schon sechs Millionen Euro eingespart“.

Deshalb will Bouillon seinem autarken Modell treu bleiben. Der Erfolg gebe ihm Recht, so dass er am Freitag langjährige Verträge mit fünf regionalen Abfuhrunternehmen unterzeichnete. „Wir haben langjährige Verträge geschlossen“ – über sieben Jahre für 5,8.Millionen Euro. Zur Freude des Hauptprofiteurs, Josef Paulus aus Friedrichsthal. Der Unternehmer übernimmt zum Jahreswechsel die Hausmüllabfuhr. Sie mache an die 40.Prozent am Gesamtmüllaufkommen aus. „Solche langjährigen Vereinbarungen sind heutzutage selten“, sagte er.

Üblich in der Branche seien höchstens vier Jahre. Aber die Entscheidung in St..Wendel gebe dem Betrieb Planungs- und seinen Mitarbeitern Beschäftigungssicherheit. Sein mittelständisches Unternehmen beschäftige 100.Menschen und fahre mit 400.Müllautos umher. Paulus sicherte zu: „Die vier bis fünf durch den Anbieterwechsel frei werdenden Kollegen übernehmen wir.“ Und die stammen vom Großunternehmer Remondis mit Regionalsitz in Zweibrücken. Laut Bouillon hatte dieser auch ein Angebot bei der Ausschreibung abgegeben. „Aber der Preis war zu hoch.“ So setzten sich überwiegend saarländische Anbieter durch oder jene mit einer Zweigstelle im Saarland.

Damit blieben Arbeitskräfte in der Region erhalten. Anders als bei Ausschreibungen des EVS, sagte der Verwaltungschef. Denn dieser suche, anders als die Kreisstadt, nicht über gestückelte Ausschreibungen, sondern über finanziell größere Tranchen nach Auftragnehmern. Das gehe dann über EU-weite Ausschreibungen an möglichen lokalen Partnern ob deren begrenzten Kapazitäten vorbei. Europa-Ausschreibungen sieht der Gesetzgeber bei öffentlichen Aufträgen ab einem gewissen Volumen vor.

Und was Bouillon nach wie vor am EVS kritisiert: seiner Ansicht nach aufgeblähte, darum kostspielige Strukturen. „Aber bis 2016 sind seine Mitglieder dann auch soweit“, prognostizierte er. Dann soll wie in St..Wendel heute schon Müll gewogen und so über Gebühren abgerechnet werden, statt über die Zahl der Leerungen. Mit Blick auf den aus Bouillons Sicht Erfolg in seiner Stadt und Ärger bei EVS-Kollegen stellte er fest: „Einige sind immer noch knatschig. Aber die Leute danken es uns.“
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