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Brand im Pellinger Tunnel! Und die Feuerwehr schaut zu!

Mit einem Brandversuch sind am Samstag die Arbeiten am A 8-Tunnel Pellinger Berg beendet worden. Über 7,5 Millionen Euro wurden in den vergangenen Monaten in dessen Sicherheitsausstattung investiert.

Merzig-Wellingen. Dicke, schwarze Rauchschwaden dringen aus dem Pellinger Tunnel ins Freie. „Achtung! Hier spricht die zentrale Betriebsstelle! Brand!“ warnt eine Stimme per Lautsprecher und fährt fort: „Lassen Sie den Schlüssel stecken! Lebensgefahr! Verlassen Sie den Tunnel!“ Doch niemand folgt den Anweisungen und auch die anwesenden Feuerwehrleute bleiben ungerührt und beobachten das Geschehen weiterhin aus sicherer Entfernung. Denn das Feuer ist Teil eines großen Brandversuchs, der zuvor sorgfältig vorbereitet wurde. Mit dem Test wurden am Samstag die umfangreichen Arbeiten an und im Pellinger Tunnel beendet, die in den vergangenen Monaten Autofahrer und die von der Umleitung des Verkehrs betroffenen Anwohner belastet hatten.

Nötig geworden waren die Arbeiten aufgrund der Neufassung der „Richtlinie für die Ausstattung und den Betrieb von Straßentunneln“. Mit deren Verabschiedung wurden 2006 die Sicherheitsauflagen verschärft, nachdem zuvor Mängel an deutschen Tunneln bekannt geworden waren. Von den Bestimmungen betroffen ist auch der auf der A.8 zwischen den Anschlussstellen Merzig/Wellingen und Perl-Borg gelegene Tunnel Pellinger Berg. Bei der notwendigen umfassenden Nachrüstung investierte der saarländische Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) in den vergangenen Monaten rund 7,6 Millionen Euro in die Sicherheitsausstattung. Durch die Installation moderner Technik sollen die Verkehrsteilnehmer künftig optimal gegen Unfall- und Brandgefahren in den beiden je 600 Metern langen Röhren geschützt werden. Zu diesem Zweck wurde etwa die Tunnellüftung verbessert: Die Ventilatoren an der Decke sind nun hitzebeständiger und leistungsfähiger. Auch die Messtechnik wurde verfeinert, etwa durch eine zusätzliche Nebelmessung. Die Steuerung der Beleuchtung soll ab jetzt effizienter und flexibler ablaufen. Die Leitplanken zwischen den Fahrbahnen können künftig von Rettungskräften demontiert werden.

Mit einem echten Härtetest wurde nun am Samstag die Funktionsfähigkeit der Neuerungen überprüft, insbesondere der zügige Abzug von Rauch im Ernstfall. Dies kann nur unter realen Bedingungen getestet werden, was für derartige Brandversuche einen hohen Aufwand mit sich bringt. Entsprechend machte sich die Diplom-Physikerin Monika Rosemann, Geschäftsführerin der Firma „Brandschutz Consult“ aus Leipzig, bereits am Freitagabend mit ihrem Team an die Arbeit. Neben den erforderlichen Schutzmaßnahmen wurden auch zahlreiche Messgeräte aufgebaut. Um neun Uhr entzündete schließlich ein Mitarbeiter das zuvor auf vier große Pfannen verteilte Benzin. Zwanzig Liter, verteilt auf vier Quadratmeter, brennen und hüllen den Tunnel binnen Sekunden in riesige Rauchschwaden. „Die ersten Sekunden und Minuten sind entscheidend“, erläutert Monika Rosemann. Die automatischen Brandmelder müssen innerhalb einer Minute anspringen und das Feuer innerhalb von fünfzig Metern lokalisieren. Besonders aufmerksam beobachtet Monika Rosemann die Ventilatoren, die – automatisch gesteurt – den Rauch in Fahrtrichtung nach draußen blasen sollen. Nur so können bei einem Brand in den ersten Minuten die Fluchtwege rauchfrei gehalten werden, damit sich die Fahrzeuginsaßen in Sicherheit bringen können. Und tatsächlich – nur Minuten, nachdem der Tunnel in tiefes Schwarz gehüllt ist, haben die Ventilatoren den Rauch bereits nach draußen geblasen. Rossmanns Fazit: „Alles ist wie geplant verlaufen.“
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