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Brand in Marpingen zerstört Wohnhaus

Marpingen. Eine dichte Rauchsäule steht über Marpingen. Martinshörner durchdringen die samstägliche Abendruhe: Ein Feuerwehrwagen nach dem anderen rollt mit hoher Geschwindigkeit durch den Ort. Zum Schluss sind es 25. Denn ein Wohnhaus steht in Flammen. Prekär: Es handelt sich um eines von vier angebauten Reihenhäusern, Flammen drohen deshalb auf die benachbarten überzugreifen.

Im Innern des brennenden Gebäudes: eine Wohnung und die Kneipe Altneugass.

Als am vergangenen Samstag gegen 21.Uhr das Feuer ausbrach, saßen im Lokal noch vier Gäste am Tresen, berichtet später der Wirt Nikolaus Schelbras. Im Keller spielten sechs Kegelfreunde. „Nachbarn machten mich darauf aufmerksam, dass Qualm aus dem Dach steigt.“ Sofort schickte der 49-Jährige alle raus. Niemandem geschah etwas. Alle kamen rechtzeitig ins Freie.


Doch der Marpinger wusste: Über der Gaststätte lebte ein 58.Jahre alter Mann. Alleine. Schelbras: „Ich hatte vorher schon Lärm von oben gehört. Als würde Glas zerworfen.“ Der Bewohner, zuvor selbst Betreiber des Lokals, und dessen Frau sollen sich kürzlich getrennt haben. Ihm gehe es deshalb psychisch schlecht, hat der Wirt den Eindruck, der erst am 25..Februar den Laden übernahm. Deshalb habe er befürchtet, dass sich sein Vorgänger etwas antun könne.
„Dann kurz vor dem Brand knallte es sechs Mal über meinem Lokal.“ Feuerwehrsprecher Christian Gessner meldet später, Kollegen wollen Explosionen gehört haben. Doch ob dies tatsächlich die Unglücksursache ist, steht auch 24.Stunden danach nicht fest. Beamte der Kriminalpolizeiinspektion in Saarbrücken sind jedenfalls auf Spurensuche.

Als alle Gäste das brennende Haus verlassen haben, rannte einer von ihnen zurück ins obere Stockwerk, wo das Feuer im Dachgeschoss ausgebrochen war und der Vorgänger-Wirt seine Wohnung hatte. Obwohl da schon dichter Rauch das Treppenhaus erfüllte. Schelbras kennt den Gast nur flüchtig, weiß bis heute dessen Namen nicht: „Der war an diesem Abend zum ersten Mal hier.“ Dieser Gast habe dem Wirten von oben 0zugerufen: „Ich hab’ ihn gefunden.“ Bewusstlos vor der Treppe liegend. „Ich bin auch hoch, flach über den Boden.“ Beide zogen das Opfer die Stufen hinab ins Freie. Gessner von der Feuerwehr: „Sie haben ihm das Leben gerettet.“ Die Rettungskräfte kamen danach nur mit Atemschutz in die Räume.

„Das Haus ist abgesperrt. Ich darf nicht rein“, informiert Nikolaus Schelbras, der rund 100.Meter entfernt wohnt. Wie es jetzt weitergeht, sei noch ungewiss. „Wie die Feuerwehr mir sagte, ist wohl die Statik des Hauses nicht mehr sicher.“ Dabei wollte sich Nikolaus Schelbras mit der Pilsstube Altneugass ein zweites finanzielles Standbein neben seinem Unternehmen als Flughafenzubringer schaffen.

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