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Brand in Völklingen: Dachdecker sollen Schuld sein

Ein altes Fass, in dem die Dachdeckerfirma nach Ermittlung der Brandexperten alte Reststoffe verbrannt hat, war Ausgangspunkt des Palettenbrandes bei einer Speditionsfirma auf dem Heidstock.

Völklingen. Auch fünf Tage nach dem großen Feuer auf dem Firmengelände einer Spedition im Haldenweg auf dem Heidstock liegt noch immer ein verbrannter Geruch in der Luft, der sich nach wenigen Minuten auf die Bronchien legt und die Atemwege reizt. Mitten auf dem Hof liegt ein Stapel völlig verkohlter oder angeschmolzener Plastikpaletten. Geht man weiter in die Ecke des Hofs, dorthin, wo auch eine Dachdeckerei ihren Sitz hat, wird das ganze Ausmaß des Feuers, das große Teile des Heidstocks am vergangenen Freitag in ein tiefschwarze Wolke gehüllt hatte, deutlich. Eine Wolke, die Kilometer weit zu sehen war.

Hier in der Ecke bietet sich dem Betrachter ein bizarres Bild. Die Hitze des Feuers hat die dort gelagerten Paletten buchstäblich verflüssigt und in einen blau-grauen See aus Plastik verwandelt, der den gesamten Untergrund bedeckt. Vom ursprünglichen Boden ist nichts mehr zu sehen. Und aus Mitten dieses erstarrten Sees ragt das Skelett eines ausgebrannten, ursprünglich gelben Gapelstaplers. Das Gebilde wirkt fast wie eine gewollte Installation eines Künstlers.

Die Dachdeckerei selbst hat wenig abbekommen. Das Vordach, unter dem die Firma nach Angaben zweier Mitarbeiter ein Gerüst, einige Leitern und ein paar Ziegel gelagert hatte, wird nur noch auf vier stark verkohlten Holzpfeilern gehalten. Doch das eigentliche Gebäude hat keinen Schaden genommen. Nach Angaben von Georg Himbert, Sprecher der Landespolizeidirektion, haben die Brandermittler festgestellt, dass das Feuer genau hier entstanden ist. "Wir gehen von fahrlässiger Brandstiftung seitens der Dachdeckerfirma aus", erklärte Himbert auf SZ-Anfrage. "Wir haben Beweise gesichert, nach denen das Unternehmen hier ein Fass stehen hatte, in dem die Firma Reststoffe verbrannt hat. Dieses Ergebnis werden wir der Staatsanwaltschaft mitteilen." Die Firma selbst war nicht zu einer Stellungnahme bereit.

Anja Banse, Geschäftsführerin der Spedition, ist entsetzt über die Sorglosigkeit der Verursacher des Brandes. "Ein Glück, dass niemand verletzt wurde und auch keine Gebäude betroffen sind", sagt sie. Wie viele Paletten zerstört wurden, ist noch unklar. Das muss ein Gutachter klären. Sie schätzt den Schaden aber auf eine sechsstellige Summe.

Betroffen vom Brand ist auch eine benachbarte Autolackiererei. Inhaber Dieter Ziegler befürchtet jetzt Ärger mit seinen Kunden. "Sieben Autos sind durch den Qualm und die Rußpartikel, die sich eingebrannt haben, innen und außen völlig verdreckt. Die müssen gründlich gereinigt werden, und der Gestank muss raus." Er schätzt den ihm entstandenen Schaden auf 4500 bis 5000 Euro. "Plus zwei Tage Nutzungsausfall. Das wirkt doppelt schwer, denn derzeit brummt der Laden."

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