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Brand in der Silvesternacht: Wahrscheinlich war es Feuerwerk

In der Silvesternacht hat es in der Völklinger Karl-Janssen-Straße in einem Mehrfamilienhaus so stark gebrannt, dass selbst die Feuerwehr vom Ausmaß des Feuers beeindruckt war und ein mehrstündiger Löscheinsatz notwendig wurde (wir berichteten). Es drang dichter Rauch aus allen Fenstern im dritten Obergeschoss. Und die Küche, in der der Brand ausgebrochen war, wurde so schwer beschädigt, dass die Suche nach der Brandursache einem Puzzlespiel gleichkam. Sarah Sersch von der Landespolizeidirektion gab auf SZ-Anfrage Auskunft zu der Arbeit der Brandermittler.

Die hätten direkt nach Ende der Löscharbeiten mit der Spurensuche begonnen und in ihrem Abschlussbericht eindeutig einen technischen Defekt ausgeschlossen. Der Brand sei zwar in der Küche entstanden, das stehe fest. Doch die dort verbauten Geräte hätten das Feuer eindeutig nicht ausgelöst. Offiziell komme der Bericht zu dem Schluss, dass man „fahrlässigen Umgang mit Feuer“ als Brandursache mit hoher Wahrscheinlichkeit annehmen müsse.

Völlig offen sei aber, wer hinter dem „fahrlässigen Umgang“ stecke, denn der juristische Begriff setzt natürlich einen Verursacher voraus – und den habe die Polizei nicht ermitteln können. Sersch sagt: „Wir vermuten, dass sich mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Feuerwerkskörper durch ein offenes Fenster in die Küche verirrt hat. Vor dem Haus wurden reichlich Feuerwerkskörper vorgefunden, in der ausgebrannten Küche allerdings keine.“

Selbst wenn es einen gegeben hätte, sei er durch die enorme Brandeinwirkung restlos verbrannt. Das sei auch der Grund für die letztlich verbleibende Nachweislücke. Von daher erledigt sich auch die Suche nach dem Verursacher. Fazit: Man wird nicht mehr herausfinden können, wer das Feuerwerk gezündet hat und ob es wirklich Ursache war. Eine gezielte Brandstiftung wird aber von den Ermittlern ausgeschlossen.

Der Straße vor dem Haus war bis Montag gesperrt, der Gehweg noch bis Dienstag. „Nach dem Feuer war das Dach schwer beschädigt, Ziegel drohten herabzurutschen. Das wurde am Dienstag von einer Dachdeckerfirma gesichert, danach konnte der Gehweg wieder freigegeben werden“, berichtet Sersch.

Hauseigentümer Abdulvahap Gezginci will sein Haus schnellstens wieder sanieren: „Das Haus war frisch renoviert, wir hatten in eine Solaranlage investiert. Und dann habe ich zusehen müssen, wie es abbrennt. Drei Stunden stand ich an Silvester vor meinem Haus“, erzählt er. Gegenüber betreibt er eine Autowerkstatt und wohnt selbst in der Poststraße.

Auch er glaubt an einen Feuerwerkskörper. Denn bei Brandausbruch sei der Mieter der betroffenen Wohnung bei Freunden gewesen. Eine Rakete müsse durch das gekippte Fenster geflogen sein. Der Schaden sei enorm, die Versicherung habe die Reparaturen zugesagt. Und das soll schnellstmöglich geschehen. Schreiner reparierten gestern schon mal die von den Einsatzkräften aufgebrochene Eingangstür.
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