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Brandschutz: HTW sieht sich für verspäteten Einzug gerüstet

Das für 20 Millionen Euro sanierte ehemalige Gesundheitsamt in Alt-Saarbrücken, das zum Lehr- und Forschungsgebäude für die HTW umgebaut
wurde, steht noch immer leer. Die Bauaufsicht gibt das Hochhaus wegen Problemen beim Brandschutz nicht frei.

Das für 20 Millionen Euro sanierte ehemalige Gesundheitsamt in Alt-Saarbrücken, das zum Lehr- und Forschungsgebäude für die HTW umgebaut wurde, steht noch immer leer. Die Bauaufsicht gibt das Hochhaus wegen Problemen beim Brandschutz nicht frei.

Mehrere Fakultäten, der Verwaltungsapparat der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) und studentische Service-Einrichtungen: Das alles sollte längst im 13-stöckigen „Haus des Wissens“ in Alt-Saarbrücken untergebracht sein. Die HTW hatte den großen Umzug bereits für Oktober geplant. Doch das für 20 Millionen Euro grundsanierte ehemalige Saarbrücker Gesundheitsamt steht nach wie vor leer. Wegen Mängeln beim Brandschutz hatte die Untere Bauaufsichtsbehörde (UBA) der Stadt Saarbrücken die Abnahme des neuen Hochschul-Gebäudes verweigert (die SZ berichtete). In einem Gutachten hatte sie unter anderem gefordert, dass mehrere Rauchschutz- gegen Brandschutztüren ausgetauscht werden und zudem bemängelt, dass in vier Geschossen Großraumbüros zehn Prozent mehr Fläche als vorgeschrieben haben.

Nun hat die für die Sanierung zuständige Ottweiler Baugesellschaft (OBG) mit den Nachbesserungen begonnen. „Wir sind zuversichtlich, dass das Gebäude bis Ende Februar nächsten Jahres bezugsfertig ist“, prognostiziert Walter Eberhardt, Geschäftsführer der OBG. Eine Garantie für diesen Termin könne die Baugesellschaft allerdings nicht geben, da es Lieferschwierigkeiten zum Beispiel von Brandschutztüren geben könne. „Die Lieferzeit liegt da im Moment bei zehn bis zwölf Wochen“, so Eberhardt.

Die Kosten des Umbaus belaufen sich auf 400.000 bis 500.000 Euro. Über die Frage, wer diese übernimmt, wird jedoch womöglich ein Gericht entscheiden müssen. „Wir sind mit den Forderungen der UBA nicht einverstanden und erkennen eine Rechtspflicht für die Umbaumaßnahmen nicht an“, erklärt Eberhardt. Hintergrund ist, dass ein von der Oberen Bauaufsichtsbehörde anerkannter Prüfer im Mai bestätigt hatte, dass das Gebäude die Brandschutzanforderungen erfüllt. Nachdem sich zwischenzeitlich eine Verwaltungsverfahrensverordnung geändert hatte, musste die UBA erneut ein Gutachten erstellen und hat dabei mehrere Abweichungen von Brandschutzbestimmungen bemängelt.

Jahrelanger Rechtsstreit

Die Baugesellschaft ist trotzdem überzeugt, alle Regeln des Brandschutzes eingehalten zu haben. „Das Risiko für einen Rechtsstreit wäre im Moment allerdings zu hoch“, erklärt Eberhardt. Denn dieser könne sich zwei bis drei Jahre hinziehen. Daher habe die OBG entschieden, die Baumaßnahmen durchzuführen, damit die HTW das Gebäude zum Sommersemester beziehen kann, und will erst im Anschluss rechtliche Schritte einleiten.

Die Hochschule hat sich auf den verspäteten Umzug eingestellt und sich für den Fall gewappnet, dass die Baumaßnahmen nicht zum vorgesehenen Zeitpunkt abgeschlossen sind. „Wir haben einen Plan B“, erklärt Cristine Schweickard, Referentin des HTW-Rektors. Die Sozialwissenschaftler, die das „Haus des Wissens“ beziehen sollen und momentan noch am Campus Rastpfuhl angesiedelt sind, müssen im März aus den Räumen ausziehen. Denn der Mietvertrag mit dem Eigentümer, der Caritas, laufe zum Monatsende aus. „Wir verhandeln mit der Caritas momentan allerdings über eine Verlängerung des Mietvertrags. Dass das klappt, ist sehr wahrscheinlich“, so Schweickard.

Für den Fachbereich Architektur, der ebenfalls in das neue Hochschul-Gebäude ziehen soll, sei bereits eine Lösung gefunden. Die Fakultät könne notfalls das gesamte Sommersemester über weiterhin die Räume am Campus Rotenbühl nutzen. Für die Studenten des Studiengangs Aviation Business am Standort Göttelborn, die künftig in den Räumen der Fakultät für Architektur untergebracht sein sollen, sei die Hochschule zurzeit auf der Suche nach geeignetem Ersatz. „Wir haben uns da schon mehrere Objekte im Raum Saarbrücken angeschaut, die dafür infrage kämen“, erklärt Cristine Schweickard.
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