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Brandstiftung: Über 50 Autos brannten dieses Jahr im Saarland

Bis vor ein paar Jahren konnten die Menschen im „Autofahrerland“ Saarland sich sicher fühlen, wenn sie beobachteten, welche Freveltaten anderswo an den Fahrzeugen begangen wurden. In Berlin etwa werden seit Jahrzehnten hunderte Autos pro Jahr angezündet, früher bevorzugt anlässlich des 1. Mais.

Auch in Hamburg ist diese Unsitte verbreitet. Im November berichteten Medien im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen, dass es im Vorjahr 933 Brandstiftungen an Pkws gegeben habe – eine Steigerung um 25 Prozent gegenüber 2011. Die Düsseldorfer Landesregierung sprach von einer „neuen Form des Vandalismus“, die man sehr ernst nehme. Nur durch glückliche Umstände habe es keine Todesfälle gegeben, hieß es. Immerhin konnten in Münster zwei Verdächtige verhaftet werden, die alleine 60 Autos abgefackelt haben sollen. Bei einer ihrer mutmaßlichen Brandstiftungen in einer Tiefgarage waren vier Menschen verletzt worden.

Doch auch in der Nähe des Saarlandes haben die Behörden erhebliche Probleme mit Auto-Brandstiftungen. So hat die Straßburger Polizei, wo in den vergangenen Jahren in der Silvesternacht nicht nur Raketen die Stadt illuminierten, hunderte Brandstiftungen gezählt. Und im nahen Behrenles- Forbach haben mutmaßlich frustrierte arbeitslose Jugendliche in den vergangenen Jahren ebenfalls Autos in Brand gesteckt.

Doch inzwischen ist auch das Saarland keine autobrandstiftungsfreie Zone mehr. „Wir haben in diesem Jahr 54 Brandstiftungen an Pkw im Saarland gezählt, in etwa genauso viele wie im vergangenen Jahr“, sagte Landespolizeisprecher Georg Himbert der SZ auf Anfrage. Himbert räumte ein, dass die Aufklärungsquote „relativ gering“ sei. Deshalb könne er auch keine Angaben zu den Motiven der Täter machen, ob es sich um Vandalismus oder Racheakte gehandelt habe. „Es waren nicht nur Nobelkarossen betroffen“, betonte Himbert. Zudem habe es „keine Massierung“ in bestimmten Ortslagen gegeben, die einzelnen Brandstiftungen hätten über das ganze Land verteilt stattgefunden. Zudem könne die Kripo nicht zu 100 Prozent in jedem Fall sagen, ob es sich um Brandstiftungen gehandelt habe, da könnten auch technische Defekte Ursache gewesen sein. Wie die SZ aus sicherer Quelle erfuhr, werden bei Brandschäden unter 1000 Euro häufig keine Gutachter mehr hinzugezogen, so dass letztlich in diesen Fällen die Ursache im Dunkeln bleibt. Da zudem die Aufklärungsquote derart gering ist, laufen höchstwahrscheinlich auch im kommenden Jahr wieder im Saarland Täter herum, die nächtens mehr oder weniger heiß geliebte Automobile anzünden.
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