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Braucht Saarbrücken ein Mega-Messezentrum?

Saarbrücken. Gerade einmal einen Monat ist Peter Bauer, der neue Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion, im Amt, und schon stellt er die Stadtplanung auf den Kopf. Bauer will ein großes Messe- und Kongresszentrum, das das Messegelände und den Milchhof auf der einen Saarseite mit Flächen am gegenüberliegenden Burbacher und Malstatter Saarufer verbindet. Teil dieses Zentrums soll auch eine neue Veranstaltungshalle sein. Der Stadtrat hat zwar beschlossen, der Congress-Centrum Saar GmbH (CCS), die die neue Halle bauen soll, einen Teil des Geländes Pfeifershofweg/Halde Jägersfreude zur Verfügung zu stellen. Die Idee findet Bauer aber nicht mehr so toll. Eine Halle alleine bringe der Stadt nicht viel. In der Kombination mit einem gestärkten Messestandort könne eine Halle dagegen besser in Szene gesetzt werden.

Als Standort biete sich der westliche Stadteingang an. Zum einen, weil Stadt und Land gemeinsam mit der privaten Saarmesse GmbH sowieso über eine neue Messestrategie nachdenken müssen. Zum anderen, weil es dort die notwendigen Flächen gebe. Da sei zum einen das Messegelände selbst. Das müsse auf jeden Fall aufgewertet werden, wenn Saarbrücken ein ernst zu nehmender Messestandort bleiben wolle.

Daneben stehe der Milchhof zum Verkauf. Auf der anderen Saarseite hat die städtische Gesellschaft für Innovation und Unternehmensförderung (GIU) noch eine Fläche am Burbacher Saarufer. Ein paar 100 Meter weiter besitze die Stadt an der Wiesenstraße noch ein Grundstück. Einen Grund, neu nachzudenken, sieht Bauer auch in einem Brief, den der Chef der Staatskanzlei, Karl Rauber (CDU), Mitte Dezember an Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) geschrieben hat. In dem Brief, der der SZ vorliegt, sagt Rauber zu, dass das Land bis zu 40 Millionen Euro „für das Gebäude einschließlich technischer Ausstattung und Baunebenkosten“ zur Verfügung stellen will. Die Stadt müsse das Grundstück baureif übergeben, für die Erschließung und die Parkplätze sorgen. Die Verluste, die die Halle wohl verursachen wird, sollen Stadt und Land entsprechend ihres Anteils an der CCS tragen.

Das alles zusammen könne das Leistungsvermögen der hoch verschuldeten Stadt sprengen, befürchtet Bauer. Zumal Rauber auf einen weiteren Kostenfaktor hinweist: Der Abbruch der alten Saarlandhalle kostet etwa 760 000 Euro. Die Halle steht noch mit drei Millionen Euro Wert in der CCS-Bilanz. Und die CCS hat noch zwölf Millionen Schulden auf die Saarlandhalle abzutragen.

Die SPD könne sich vorstellen, dass eine neue Gesellschaft gegründet wird, in der die CCS aufgeht und in die auch private Investoren einsteigen. Voraussetzung sei, dass es ein Konzept gibt, das klärt, welche Nische die Stadt im Messe- und Kongressgeschäft besetzen kann.

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