L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Priorität: Dringend

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Bringer statt Killer: Europa-Galerie ist zum fünften Geburtstag aus der Kritik

Als die Europa-Galerie am 21. Oktober 2010 öffnete, gab es große Bedenken, ob Saarbrücken dies städtebaulich ertragen könne. Und vor allem, ob der ansässige Einzelhandel den großen Mitbewerber um Kundengunst würde aushalten können. Skeptiker, auch in der Kommunalpolitik, befürchteten ein Sterben kleiner Geschäfte. Fünf Jahre später ist von den schlimmen Szenarien nicht nur keine Rede mehr, im Gegenteil, die vom Hamburger Familienkonzern ECE geleitete Europa-Galerie mit ihren 110 Läden und gastronomischen Betrieben (auf 25 000 Quadratmetern und drei Etagen) gilt gar als Bereicherung des städtischen Handels und des Tourismus, als Frequenzbringer, wie die Handelsleute dazu sagen. Sie zieht Leute an, die ohne sie nicht kämen.

Als Center-Manager Sebastian Kurth am gestrigen Mittwoch auf einer Pressekonferenz über fünf Jahre Saarbrücken Bilanz zog, saßen auch der Saarbrücker Bürgermeister Ralf Latz ( SPD ), City-Marketing-Geschäftsführer Alexander Hauck sowie Leander Wappler, der Handelsexperte der Industrie- und Handelskammer, im Podium. Diese Zusammensetzung verdeutlichte schon das gute Einvernehmen aller Beteiligten. Wappler sagte, dass der Schritt von ECE „gewagt“ gewesen sei, aus der von den Kunden nicht angenommenen „Saar Galerie“ plus der ehemaligen Bergwerksdirektion dieses dreistöckige Einkaufszentrum zu entwickeln. Nach Worten von Hauck stellte sich die Vorhersage ein, dass die Galerie eben nicht den fast einen Kilometer entfernten St. Johanner Markt auslauge, sondern dass beide Punkte, quasi die Enden eines Hundeknochens bildend, von den Käuferströmen erfasst würden, wovon auch das Verbindungsstück Bahnhofstraße profitiere. Hauck lobte, dass das Management sich in den Organisationen der Kaufleute engagiere und als Partner der Händler in der City verstehe.

„Wir hatten recht, an das Projekt zu glauben“, erinnerte Kommunalpolitiker Latz an die Zustimmung der damaligen politischen Mehrheiten. Am Standort seien sage und schreibe 176 Millionen Euro investiert und etliche große Investments in der Nachbarschaft begünstigt worden. Die Europa-Galerie sei „in dieser Stadt angekommen und erfolgreich platziert“. Sebastian Kurth berichtete, dass das Haus im letzten Jahr 7,2 Millionen Besucher angezogen habe, durchschnittlich 25 400 am Tag. Ziel für nächstes Jahr seien 7,5 Millionen Menschen, wobei auch die Aufenthaltsdauer (derzeit 30 bis 60 Minuten) verlängert werden sollte, etwa durch Aktionen für Familien. Kürzlich wurde kostenloses WLAN eingerichtet, um überall Zugang ins Internet zu ermöglichen.

An Spitzentagen wie der langen Einkaufsnacht kämen bis zu 70 000 Personen, der Anteil der Franzosen liege bei 20 Prozent, zu französischen Feiertagen bei 50 Prozent. Wie Kurt sagte, verfolge die Europa Galerie eine „junge, urbane Ausrichtung“. Diese wolle man durch einen guten Markenmix unterstreichen, also Mieter anziehen, die es bislang in Saarbrücken noch nicht gab.
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