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Broschüre soll saarländische Kinder vor Unheil bewahren

Saarbrücken. Der Fall des acht Monate alten Säuglings, der in der vergangenen Woche dehydriert und unterernährt in das Saarbrücker Winterbergklinikum eingeliefert wurde (wir berichteten), hat wieder ein Thema auf die Tagesordnung gesetzt, dessen Vorbeugung sich der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) im Saarland in den kommenden Wochen und Monaten vermehrt zuwenden will: der Vernachlässigung, Misshandlung und des Missbrauchs von Kindern.

Broschüre soll aufrütteln

Gemeinsam mit der Techniker Krankenkasse hat der BDK eine Informations-Broschüre erarbeitet, die an Kommunen, Landkreise, Ärzteverband, Politik und Medien versandt werden soll. „Sie soll zur Sensibilisierung beitragen, damit Anzeichen einer möglichen Kindeswohlgefährdung früher erkannt werden und gibt Ratschläge, wie man hierauf reagieren kann“, sagt der Landesvorsitzende des BDK Saarland, Michael Rupp. Es ist trauriger Zufall, dass der Fall des kleinen Saarbrücker Jungen mit dem Start der Kampagne fast zusammenfällt. Es zeigt aber auch: Die Vernachlässigung von Kindern ist dauerhaft aktuell. Laut BDK Saarland musste die hiesige Polizei im Jahr 2008 insgesamt 43 Strafverfahren wegen Kindesmisshandlung mit 56 Opfern bearbeiten. „Die Dunkelziffer, insbesondere im Bereich der Kindesvernachlässigung, liegt jedoch um ein Vielfaches höher“, sagt Rupp. Deutschlandweit registrierte die Kriminalpolizei 2008 laut BDK über 3400 Fälle von Kindesmisshandlung mit 4102 kleinen Opfern.

Um Kinder wirksamer zu schützen, nimmt der Verband die Politik in die Pflicht. Vor allem im medizinischen Bereich sei Nachholbedarf nötig. Konkret fordert der BDK, dass die ärztliche Schweigepflicht gelockert werden solle, wenn der Verdacht besteht, dass einem Kind Unheil zugefügt wird. „Ärzte müssen sich untereinander austauschen und bei Verdacht auf Vernachlässigung, Misshandlung oder Missbrauch die für Kinderschutz zuständigen Behörden informieren können, ohne sich selbst der Gefahr einer strafrechtlichen Verfolgung auszusetzen“, formuliert es der BDK – und geht noch weiter: Er verlangt den Aufbau eines bundesweiten Warnsystems für Ärzte. Dort sollen Informationen über Verdachtsfälle von Kindesmisshandlung abrufbar sein. Ein solches System wurde 2007 in Duisburg eingeführt und ein Jahr später in einem Gutachten als nicht mit geltendem Recht vereinbar bewertet, weil die Ärzte ihre Schweigepflicht brechen. red

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