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„Brot und Spiele“: Aus für Römerfestival in Trier

Eine Neuauflage des Römerfestivals „Brot und Spiele“ wird es in Trier nicht mehr geben. Die Stadt habe sich mit der zuvor beauftragten Agentur nicht über die künftige Struktur des Spektakels und dessen Finanzierung einigen können, sagte Kulturdezernent Thomas Egger (parteilos) gestern. Ursprünglich war nach der Aussetzung der Antikreihe im Sommer 2013 ein Neustart für 2014 geplant. „Brot und Spiele“ hatte 2012 Verluste und rückläufige Besucherzahlen eingefahren. Für 2015 arbeite die Stadt an einem neuen Konzept zur Bespielung seiner antiken Stätten – unter dem Arbeitstitel „Römischer Sommer“. Das neue Festival solle nicht nur Touristen, sondern auch die Einwohner Triers ansprechen, sagte Egger. Zudem sollten neben altbekannten Spielstätten wie dem antiken Amphitheater und den Kaiserthermen auch neue Kulissen eingebunden werden. Nähere Angaben könnten erst nach weiterer Planung gemacht werden. 2014 werde es aber „keine spezifisch römische Großveranstaltung“ in Trier geben.

Das Römerfest „Brot und Spiele“ hatte zehn Jahre lang in der ältesten Stadt Deutschlands antikes Leben wieder aufleben lassen: Gladiatorenkämpfe, Exerzier-Übungen von römischen Legionären und alte Handwerkskunst hatten insgesamt rund 220 000 Besucher angelockt.

Mit dem Ende von „Brot und Spiele“ ist der Weg frei für mehr Rock- und Popkonzerte im Amphitheater. Konzerte finden dort schon seit dem Jahr 2000 regelmäßig statt. Damals ließ die Trierer Veranstalterfirma Popp-Concerts die legendäre US-Band Toto auftreten und bestand damit den Eignungstest: Volles Haus, enthusiastisches Publikum, keine organisatorischen Probleme – da gab das Land Rheinland-Pfalz als Hausherr grünes Licht für jährliche Open-Air-Reihen in der alten Römer-Arena. Der Haken: Weil das Amphitheater in einem Wohngebiet liegt, werden jährlich nur maximal 17 Veranstaltungen genehmigt. Für Popp blieben drei Tage abseits von Antikenfestspielen und dem Römerfestival „Brot und Spiele“.

Nun hat Popp-Concerts angekündigt, sein Programmangebot ausweiten zu wollen. Für den kommenden Sommer hat die Veranstalterfirma das Amphitheater erstmals für „zwei XXL-Wochenenden“ gebucht, wie Popp-Geschäftsführer Oliver Thomé (35) erklärt. Das Auftaktkonzert steigt bereits am 24. Juli mit Wolfgang Niedeckens BAP. Zwei weitere Termine stehen auch schon fest: die Italienische Nacht (Opern-Highlight am 27. Juli) und das Gastspiel der Mittelalter- Rock-Band „In Extremo“ (1. August). Insgesamt „sechs bis acht Veranstaltungen“ sollen es werden.

Mit wem er aktuell über Amphitheater- Auftritte verhandelt, will Thomé nicht verraten, „denn wenn nichts draus wird, kann auch niemand sagen, ich hätte dicke Backen gemacht“. Aber es laufe auf eine große Bandbreite hinaus: „Sechs Tage Rock’n’Roll wird es nicht geben.“

Thomas Metz (58), Chef der Landes-Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE), findet das verstärkte Popp-Engagement im historischen Gemäuer gut: „Es ist ganz in unserem Sinne, wenn antike Stätten wiederbelebt werden. Grundsätzlich sind wir offen für jeden Veranstalter, der etwa das Amphitheater professionell bespielen kann.“

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