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Brrrrr: Zum zehnten Mal begrüßen die Merchweiler Seelöwen das Jahr beim Eisschwimmen

Das Neujahrsschwimmen am 4. Januar steht – wie hier im vergangenen Jahr auch – unter dem Motto Eisfasching.

Das Neujahrsschwimmen am 4. Januar steht – wie hier im vergangenen Jahr auch – unter dem Motto Eisfasching.

3,3 Grad Wassertemperatur zeigt das Thermometer an. Michael Marx atmet scharf ein. Doch beirren lässt er sich nicht. Am Itzenplitzer Weiher fallen die Klamotten. Bestimmt gehen Marx und seine drei Mitstreiter von den Merchweiler Seelöwen ins kalte Nass. Und nach wenigen Schwimmzügen schnell wieder raus. Denn den wirklichen Spaß heben sie sich für Sonntag auf. Dann rufen die Seelöwen zum zehnten Neujahrsschwimmen im „Itzenplitzer“ auf.

„Die Idee zum Eisschwimmen hatten wir im Sommer, in einem warmen Pool“, erzählt Michael Marx. Er und ein paar Freunde erinnerten sich an ein Neujahrsschwimmen im Fernsehen. „So etwas gab es hier noch nicht, und wir wollten es mal ausprobieren.“ Der nächste Winter kam, und das Schwimmen verlagerte sich vom warmen Pool in den eisigen Weiher. Mit den Jahren entstand eine Veranstaltung, die zahlreiche Mitschwimmer und Schaulustige anzieht.

Es knackt im Geäst. Eine ältere Dame bewegt sich zwischen den schneebedeckten Bäumen auf die vier Schwimmer zu, die sich gerade in ihre wärmenden Bademäntel hüllen. „Bewundernswert“, lobt die Dame, nickt, und geht weiter.

„Die Verrückten“, das hat Thomas Kohler früher gedacht. Doch vor drei Jahren ließ er sich überreden und traute sich in die Fluten. Mittlerweile ist er Mitglied der Merchweiler Seelöwen , genau wie Sarah Blankenburg und ihre Tochter Maren. Die beiden kamen vor vier Jahren über das Training für einen Hindernislauf zu den Seelöwen . „Das Gefühl ist unbeschreiblich, wenn man reingeht, und auch, wenn man wieder rausgeht“, sagt Maren.

Beim Eisschwimmen steht der Spaß im Vordergrund, die Gesundheit sei ein schöner Nebeneffekt, findet Sarah Blankenburg. Wer den Sport regelmäßig ab Herbst betreibt, stärke das Immunsystem, erläutert Marx. „Das kann man auch zuhause im Gartenteich machen.“ Dagegen sprechen nur Herz- und Kreislaufprobleme. „Und der innere Schweinehund“, grinst Sarah Blankenburg.

Wie lange man im Wasser bleibt, entscheidet jeder für sich selbst. „Wenn wir für Langstrecken trainieren, sind wir schon mal zehn Minuten drin“, erklärt Marx. Für die Seelöwen ist das Eisschwimmen ein Sport. Sie haben schon an Weltmeisterschaften teilgenommen, am 10. Januar treten sie zur ersten deutschen Meisterschaft in Burghausen an.

Ein Eisstück fällt vom Baum ins Wasser. Die vier Schwimmer halten Becher mit dampfendem Tee in den Händen. Blankenburg verteilt Törtchen.

Während die Seelöwen am Sonntag um 14 Uhr einmal quer durch den Weiher schwimmen, dürfen sich die anderen Teilnehmer mit einem kurzen Bad begnügen. Das Motto lautet Eisfasching. „Alle können sich verkleiden, die Stimmung stellt sich dann automatisch ein“, freut sich Marx. Viel benötigen sie nicht: feste Badeschuhe, einen Bademantel und eine Mütze, damit nicht zu viel Wärme über den Kopf verloren geht.

Ein besonderes Extra zum Jubiläum gibt es nicht. Eigentlich wollten die Seelöwen eine Choreografie einstudieren, verrät Marx. Aber da der bisherige Mitveranstalter ausgestiegen sei, war lange unklar, ob sie die Veranstaltung überhaupt organisieren können. Mit der Unterstützung der Gemeinde Schiffweiler sei dies gelungen. Und auch in den kommenden Jahren soll das Neujahrsschwimmen nicht untergehen. „Wenn der Sommer rum ist, freuen wir uns schon auf den Oktober, wenn das Training wieder losgeht“, lächelt Marx.
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