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Brücken bleiben im Saarland Thema Nummer 1

Luftaufnahme der Fechinger Talbrücke am Samstag (02.04.2016).

Luftaufnahme der Fechinger Talbrücke am Samstag (02.04.2016).

Nach dem von der wochenlangen Vollsperrung der Fechinger Talbrücke überschatteten Jahr soll es 2017 im Saar-Straßenbau geregelter zugehen. Verkehrsministerin Anke Rehlinger ( SPD ) kündigte gestern Investitionen von etwa 130 Millionen Euro an. „Es handelt sich überwiegend um Erhaltungsmaßnahmen an Autobahnen und Bundesstraßen. Sie dienen der Qualitätssicherung“, sagte Rehlinger der SZ. Der Neu- und Ausbau spiele nur eine untergeordnete Rolle, weil das Straßennetz im Saarland „bereits gut entwickelt“ sei. Die größten Batzen der Sanierungsausgaben trägt demzufolge der Bund mit 100 Millionen Euro . Eine förmliche Bestätigung dafür stehe noch aus, so Rehlinger.

Thema Nummer eins sind auch in diesem Jahr die Autobahnbrücken. Allein 46 Millionen Euro sollen für den Neubau der Grumbachtalbrücke an der A 6 ausgegeben werden, der Baubeginn ist fürs Jahresende geplant. Dazu kommen 13 Millionen Euro für den Neubau der Illtalbrücke bei Eppelborn über die A 1 in Fahrtrichtung Saarbrücken und fünf Millionen Euro für die Ellbachtalbrücke bei Saarwellingen an der A 8. Somit soll etwa die Hälfte der Investitionen in Erhalt oder Neubau von Autobahnbrücken fließen. „Die Projekte sind nicht willkürlich gewählt, sondern aus den regelmäßigen Analysen abgeleitet“, betonte Rehlinger. Prioritäten würden unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit, der wirtschaftlichen Nachhaltigkeit und der Kosten-Nutzen-Rechnung gesetzt, so die SPD-Spitzenkandidatin im Landtagswahlkampf weiter. Im Herbst vergangenen Jahres hatte Rehlinger angekündigt, das Personal im Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) bis 2018 um 43 Kräfte aufzustocken, um die großen Anstrengungen besser bewältigen zu können. Zum Jahresende 2016 hatte der LfS, der von Michael Hoppstädter geleitet wird, etwa 560 Mitarbeiter. Diese LfS-Kräfte arbeiten auch an den Plänen für den Neubau der Fechinger Talbrücke an der A 6, an dem trotz der kurzfristig gelungenen Sanierung der bestehenden Brücke von 1963 kein Weg vorbeiführt. Doch bis dahin gehen noch ein paar Jahre ins Land.

Positiv gestimmt ist der Arbeitgeberverband Bau (AGV) im Saarland nach der 130-Millionen-Ankündigung Rehlingers. „Wir hoffen, dass Herr Hoppstädter das umgesetzt bekommt. Die Betriebe stehen bereit“, sagte der Hauptgeschäftsführer des AGV Bau, Claus Weyers, der SZ. Weyers räumte ein, dass die saarländischen Baubetriebe „keine Exklusiv-Rechte“ darauf hätten, die Bauaufträge bevorzugt zugeteilt zu bekommen. Aber Rehlinger betonte: „Jede Baustelle im Land bringt in der Regel auch willkommene Aufträge für die Bauwirtschaft.“

Das Land selbst gebe aus Haushaltsgründen nur etwa 30 Millionen für die Erneuerung der Landstraßen aus. „Deshalb haben wir Strategien, um mit geringstmöglichen Mitteln einen bestmöglichen Zustand zu erreichen“, sagte Rehlinger. Mit „Dünnschichtbelägen“ will das Land die Nutzungsdauer spröder Deckschichten verlängern, Spurrinnen beseitigen und die Griffigkeit der Landstraßen verbessern. Größtes Landstraßen-Brückenprojekt sei die Erneuerung des Sinnerbach-Durchlasses Plättchesdole in Neunkirchen mit sechs Millionen Euro .

Und wie sollen die Verkehrsteilnehmer vor nervigen Staus wegen der vielen Baustellen bewahrt werden? „Nacht- und Wochenendarbeit sowie Sonn- und Feiertagseinsätze werden wir nutzen, um die Baustellen möglichst sicher und staufrei zu gestalten“, erklärte Rehlinger selbstbewusst. Manch Autofahrer wird spätestens an dieser Stelle des Berichts die Stirn runzeln, angesichts leidvoller Baustellen-Stau-Erfahrungen in der Vergangenheit.

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