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Brutale Tat schockt die Menschen in Reimsbach

Reimsbach. Zuschlagen, treten, traktieren, peinigen – die Meldungen über brutale Übergriffe von Jugendlichen schocken. Die Schauplätze: Großstädte wie Berlin, Rostock oder München. Dass diese Gewaltbereitschaft jetzt auch auf ein Dorf im Haustadter Tal übergeschwappt ist, entsetzt viele Menschen in Reimsbach und Umgebung. „Die Täter müssen so schnell wie möglich gefasst und hart bestraft werden“, fordert Beckingens Bürgermeister Erhard Seger nach der Prügelattacke in der Nacht zum Samstag. Bislang unbekannte Jugendliche hatten an der „Alten Tankstelle“ in Reimsbach einen Mitarbeiter der Gemeinde Beckingen zusammengeschlagen und schwer verletzt (die SZ berichtete).

Nach Angaben der Polizei wurde er im Gesicht und im Bereich des Oberkörpers massiv verletzt und musste im Krankenhaus Merzig ärztlich behandelt werden. Unter anderem wurde bei ihm ein Nasenbeinbruch festgestellt.
„Die Belegschaft des Beckinger Rathauses steht nach dieser Tat unter Schock“, sagt Seger. „Wir sind fassungslos über solch rohe Gewalt. Die Schreckensmeldungen von brutaler Gewalt Jugendlicher kennen wir bislang nur aus Großstädten. Jetzt müssen wir eine solche Brutalität auch in einem Dorf erleben. Das ist eine Katstrophe.“ Noch liegt das Motiv der Schläger im Dunkeln, noch sucht die Polizei fieberhaft nach den Tätern, die flüchten konnten, recherchieren die Fahnder über den Tathergang.  Für den Beckinger Verwaltungschef steht fest: „Das Opfer ist völlig unschuldig. Er ist ein ruhiger, sympathischer und fleißiger Zeitgenosse, von dem bisher nie ein böses Wort über die Lippen kam.“



Mit seinen Kollegen aus der Verwaltung war der verheiratete Vater zweier Kinder gegen Mitternacht von einem Betriebsausflug zurückgekehrt und mit zwei Kollegen in Reimsbach aus dem Bus gestiegen. Auf dem Heimweg begegnete er seinen Peinigern. Vier oder fünf Jugendliche pöbelten ihn an, rissen ihn zu Boden und traten mehrfach auf ihn ein. „Ich habe Schreie gehört“, berichtet seine Kollegin, die mit einem weiteren Kollegen dem Verletzten zu Hilfe eilte. „Wir waren auf der anderen Straßenseite nach Hause unterwegs, als wir Schreie hörten. Ein Mädchen rief ‚Schatz, lass sein, Schatz, lass sein’. Als wir zum Tatort kamen, lag unser Kollege in einer großen Blutlache am Boden“, erzählt die Frau, die ihren Namen nicht nennen will. „Während mein Kollege einen Krankenwagen alarmiert hat, habe ich versucht, Erste Hilfe zu leisten. Gott sei Dank war er ansprechbar – trotz seiner schweren Verletzungen.“

„Ich hab’ das gemacht, was ich in einer solchen Situation auch von anderen erwarte“, sagt der Kollege des Opfers, der ebenfalls seinen Namen nicht nennen will.

Derweil hofft die Polizei auf den entscheidenden Tipp aus der Bevölkerung. Der vier- bis fünfköpfigen Gruppe zwischen 15 und 21 Jahren sollen mindestens zwei Mädchen angehört haben. Weitere Angaben konnte das Opfer nicht machen.

Hinweise: Polizei Merzig, Telefon (06861) 7040.

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