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Buch erzählt bewegende Geschichten aus Burbach

Zwei der Dinge, die in der Burbacher Geschichte der vergangenen zehn Jahre besonders bewegen: Der Brand bei dem 2012 vier Kinder starben und die Trauer um den 2001 verschwundenen Pascal.

Zwei der Dinge, die in der Burbacher Geschichte der vergangenen zehn Jahre besonders bewegen: Der Brand bei dem 2012 vier Kinder starben und die Trauer um den 2001 verschwundenen Pascal.

Julius Roth ist Magier, er hat gelernt, wie man es schafft, Menschen mit gut einstudierten Tricks etwas vorzumachen, sie abzulenken, eine neue Wirklichkeit zu erzeugen.

Wenn es darum geht, was im Bewusstsein der Menschen in den vergangenen zehn Jahren die wichtigsten Ereignisse für Burbach waren, macht sich der Mann, der als Zauberer Nero auftritt und lange den magischen Zirkel Saar geleitet hat, keine Illusionen. Es seien drei schlimme Dinge, sagt er, „die am meisten diskutiert werden: Pascal, Konstroffer und die toten Kinder in der Von-der-Heydt-Straße“.

Vor zehn Jahren hat Julius Roth in einem Büchlein die Geschichte Burbachs von 1313 bis 2000 beschrieben. Auf 270 Seiten hat er nun mit seiner Tochter Jutta rund 2000 „Daten zur Burbacher Chronik 2001 bis 2012“ zusammengetragen.

Da geht es um die Wahl von Vereinsvorständen, um Burbacher Geschäfte, um Veranstaltungen, um Zuschüsse für Projekte. An den Texten zu den drei Dingen, die die Burbacher seines Erachtens besonders beschäftigen, habe er aber länger gesessen als an allen anderen, sagt Julius Roth.

Das bis heute ungeklärte Verschwinden des damals fünf Jahre alten Pascal am 30. September 2001, der Brand des Hauses in der Von-der-Heydt-Straße, bei dem in der Nacht zum 25. August 2012 vier Kinder starben, und das Eingeständnis des langjährigen Burbacher Pfarrers Klaus Konstroffer, in den 80er Jahren sexuelle Kontakte zu zwei Messdienerinnen gehabt zu haben, hat Roth genauso emotionslos zu beschreiben versucht wie das Gelübde eine Ordensfrau im Kloster am Rande der Stadt, die Eröffnung eines neuen Schreibwarengeschäfts und die Erneuerung der Hubert-Müller-Straße.

Es sei ihm darum gegangenen, nicht sensationslüstern zu beschreiben, sondern ohne Wertung nüchtern Fakten aneinanderzureihen, sagt Roth, der in Burbach auch als Schiedsmann tätig ist und sich dem Motto „Schlichten statt richten“ verpflichtet fühlt. Besonders schwer fiel das dem pensionierten Religionslehrer in Sachen Konstroffer. „Er lag am Boden, und es wurde immer noch auf ihm rumgetreten. Das war fies“, sagt Roth. Konstroffer habe „einen Fehltritt begangen, aber doch auch sehr viel für Burbach getan“. Kommentarlos zu schreiben, dass Konstroffer, seine Fehler zugegeben hat, sei ihm sehr schwer gefallen, sagt Roth. „Ich habe den Spiegel vor mir verhängt und nur veröffentlicht, was das Bistum Trier offiziell bekannt gegeben hat.“ Ähnlich nüchtern beschreibt Roth auch den Fall Pascal in wenigen Sätzen.

„Das Thema Pascal ist sehr sensibel beschrieben“, lobt dann auch der Vorsitzende der Interessengemeinschaft (IG) Burbach, Hans-Jürgen Altes. Die IG gibt die Burbacher Chronik heraus. Sie soll den Burbachern, aber auch denen, die weggezogen sind, „helfen, sich mit ihrem Stadtteil zu identifizieren“, sagt Altes. Zusammenhalt sei in Burbach wichtiger denn je. „In diesem Jahr läuft das Förderprogramm ,Soziale Stadt' aus. Im kommenden Jahr stehen wir dann vor einem Vakuum. Da sind eine starke Interessenvertretung für Burbach und eine gute Vereinskultur sehr wichtig“, erklärt Altes.

Im Dezember will die IG zusammen mit der Gemeinwesenarbeit einen Nikolausmarkt organisieren. Dieser Markt, der das Gemeinschaftsgefühl stärken soll, sei so wichtig, dass er in der nächsten Burbacher Chronik steht, sagt Julius Roth. Die werde er aber wohl nicht mehr selbst schreiben. Er wird in diesem Monat 77 Jahre alt.

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