L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Bübinger fühlt sich von Ordnungsamt angegriffen

Saarbrücken. Walter Müller (Name von der Redaktion geändert) möchte seine Wohngegend sauber halten. Ihn stören gelbe Säcke, die Tage vor dem Abholtermin auf dem Bürgersteig stehen. Er kann Hundehalter nicht verstehen, die den Kot ihrer Hunde liegen lassen, und er mag die Glassplitter rund um den Sammelcontainer nicht, der auch noch in der Nähe eines Spielplatzes steht.

Hund für zwei Minuten von der Leine gelassen

Einige Punkte unter vielen, die er beim Ordnungsamt in Saarbrücken monierte. Doch dann kam er unfreiwillig mit den Ordnungshütern in Konflikt. Müller ließ seinen Hund beim Joggen am Saarufer in der Nähe des Staatstheaters nach eigenen Angaben für zwei Minuten von der Leine. Er hatte einen anderen Hund entdeckt und wollte so die Begegnung der Tiere erleichtern, doch zu der Begegnung kam es nicht. „Ich lief weiter und leinte meinen Hund wieder an“, berichtet er. Unter der Alten Brücke hielt man ihn an. „Im Dunkeln um 19.30 Uhr fiel man mich förmlich von hinten an. Ich war joggen, hörte Musik und bekam fast einen Herzschlag.“

„Als ich mich umdrehte, schlug mir das Herz bis zum Hals"

Müller leidet unter Bluthochdruck und hat ständig Notfallmedikamente bei sich. „Als ich mich umdrehte, schlug mir das Herz bis zum Hals – zwei Kerle mit Strickmützen, dunkel gekleidet, redeten auf mich ein. Ich hatte riesige Angst.“ Müller lief daher weiter. Denn er wusste nicht, wer die beiden Männer waren. Erst als sie sich als Ordnungsamts-Mitarbeiter vorstellten, ließ sich Müller auf ein Gespräch ein – ein Verwarnungsgeld sollte er zahlen. „Ich will nicht abstreiten, dass ich etwas Falsches getan habe“, sagt er. Aber er findet es seltsam, dass man sich auf ihn „stürzt“, obwohl eine Gruppe Jugendlicher gleichzeitig ihren Müll auf die Grünfläche geworfen habe.

Daher hat Müller Beschwerde beim Ordnungsamt eingereicht. Thomas Blug, Pressesprecher der Stadt Saarbrücken, sagte auf Anfrage: „In der Tat wurde eine Dienstaufsichtsbeschwerde eingereicht. Ohne ein offizielles Ergebnis kann ich die Situation nicht kommentieren.“

Kein dienstrechtlicher Verstoß  zu erkennen

Doch schon kurz darauf erhielt Müller vom Verwaltungsdezernenten Raimund Hirschfelder Post: „Nach Befragung unserer Mitarbeiter ist ein dienstrechtlicher Verstoß nicht zu erkennen. Das kurzfristige Festhalten am Arm erscheint bei einem mit Kopfhörern ausgestatteten Jogger angebracht und verhältnismäßig.“

Für Müller war der Fall damit geklärt, viel konnte er in der Sache nicht mehr unternehmen. Doch am 18. Februar meldete sich Oberbürgermeisterin Charlotte Britz per Mail: „Wir überprüfen Ihre Dienstaufsichtsbeschwerde über das Verhalten eines Mitarbeiters des Ordnungsamtes. Dazu holen wir auch die Stellungnahme des betroffenen Mitarbeiters ein. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir uns vorab nicht dazu äußern können.“ Und auch zu seinen Beschwerden zum Erscheinungsbild seines Wohngebiets wird Stellung genommen: „Generell sind wir dankbar für konkrete Hinweise auf Verschmutzungen und ähnliches. Die Stadt hat die Festhalle in Bübingen einem Verein zur Nutzung überlassen. Dieser Verein ist dadurch auch für die Pflege und Unterhaltung der Außenanlagen verantwortlich. Unabhängig davon hat die Stadt im September 2010 selbst Rückschnitt- und Säuberungsmaßnahmen durchführen lassen, um das Erscheinungsbild des Umfeldes der Festhalle zu verbessern.“ Dazu Müller: „Der Maibaum aus 2010 liegt bis heute noch vor der Tür.“

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