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Bürger besorgt wegen Cattenom

Von SZ-Redakteur Bernhard Geber

Völklingen/Großrosseln. Völklingens Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU) teilt die Sorgen vieler Bürger nach der Reaktorkatastrophe in Japan. Von Zwischenfällen in Cattenom, so sagte Lorig gestern der SZ, werde auch der Raum Völklingen unmittelbar betroffen sein. Lorig riet der Bevölkerung, im Moment Ruhe zu bewahren, sprach sich aber dafür aus, „von unten Druck auf die Verantwortlichen auszuüben, um eine umfassende Sicherheitsüberprüfung durchzusetzen“. In diesem Zusammenhang sei an Unterschriftensammlungen, aber auch an eine Sondersitzung des Stadtrates zu denken, meinte Lorig, der auch Präsident des saarländischen Städte- und Gemeindetages ist. Alt-Oberbürgermeister Hans Netzer (SPD) hat bereits angeregt, eine landesweite Initiative zum Abschalten von Cattenom zu starten (die SZ berichtete).

Fred Schuler (CDU), erster Beigeordneter der Gemeinde Großrosseln, betonte, es sei an der Zeit, Nutzen und Risiken der Kernkraft gründlich gegeneinander abzuwägen. Der Politiker, der früher als „ABC-Soldat“ in einer Spezialeinheit gegen atomare, biologische und chemische Bedrohung tätig war, nannte die Situation Besorgnis erregend: „Bei einem Super-Gau in Cattenom wird es für uns im Saarland ganz brenzlig. Da heißt es nichts wie weg, falls man es noch schafft.“

Schutzräume aus früheren Jahrzehnten sind zum Beispiel in der Erweiterten Realschule Großrosseln oder im Keller des Völklinger Neuen Rathauses vorhanden. Sie gelten aber als bei weitem nicht ausreichend. Bei der Völklinger Freiwilligen Feuerwehr ist bekannt, dass sie im Krisenfall zur Unterstützung eingesetzt würde. Laut Wehrführer Herbert Broy würde sie auf Anforderung des Krisenstabes beim Innenminister auch bei der Evakuierung mithelfen. Die Männner und Frauen, die für ihre Mitmenschen durchs Feuer gehen, verfügen übrigens selbst über keine Strahlenschutzanzüge.

Dr. Detlef Schild, Obmann der niedergelassenen Ärze in Völklingen, berichtete, in den Praxen sei „noch keine Panik zu spüren“. Er und alle Kollegen verfolgten aber die Entwicklung sehr aufmerksam. Uwe Schröder, zuständiger Referent im Saar-Innenministerium, verwies zur ersten Orientierung auf den 2001 erschienenen Ratgeber „Notfallschutz“. Er war in Haushalten im Umkreis von 25 Kilometern rund um Cattenom verteilt worden und ist im Internet herunterzuladen.

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