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Bürger stellen Dieb in der Saarbrücker City

Saarbrücken. Ihr Hilferuf gellte am Abend durch die Kaiserstraße. Er machte die Passanten auf ein Verbrechen aufmerksam. Ein Räuber hatte einer 58-jährigen Frau, die an der Saarbahn-Haltestelle wartete, die Handtasche entrissen.



„In der Nähe stand noch ein jüngerer Mann und wartete. Bis er sich plötzlich ihre Handtasche schnappte und Richtung Hauptbahnhof davonlief“, erinnert sich Zeuge Norman Mayer. Als er sah, dass mehrere Männer die Verfolgung des Räubers aufnahmen, alarmierte der 31-Jährige aus St. Johann per Handy die Polizei. „Ich bin relativ klein und hätte den Mann so schnell auch nicht einholen können. Aber wären die anderen Verfolger nicht gewesen, wäre ich natürlich auch hinterhergerannt. Wenn die Frau nicht gerufen hätte, hätte sicher niemand so schnell reagiert“, ist Mayer überzeugt.

Einer der Verfolger war Gerd Schiltz. Der 68-Jährige arbeitet beim Sicherheitsdienst des Kaufhauses Galeria Kaufhof und machte zur Tatzeit mit einem Kollegen seine Abendrunde. „Ich wollte gerade das Parkhaus zusperren, als die Frau um Hilfe rief. Wenige Sekunden später haben wir gesehen, wie ein Mann die Kaiserstraße hinauflief. Als wir losliefen, sahen wir, dass ihm ein weiterer Mann weiter oben, auf der Höhe des ehemaligen C&A-Gebäudes, ein Bein stellte, worauf der Mann dann hinfiel“, erzählt Gerd Schiltz.

Sein Kollege und er holten den Flüchtenden ein und hielten ihn fest, bis zwei Polizeistreifen eintrafen. Die Polizei war nach dem Notruf von Norman Mayer in etwa vier Minuten an Ort und Stelle.  Der 23-jährige Täter, sagt Polizeisprecher Klaus Ruffing, sei der Polizei bekannt und bereits durch Diebstahl und Körperverletzung aufgefallen.

Ruffing ist zwar froh darüber, dass seine Kollegen schnell den Tatverdächtigen festnahmen. Der Polizeisprecher sieht das Verhalten der beherzten Passanten trotzdem kritisch: „In diesem Fall sind das Alarmieren der Polizei und das Stellen des Tatverdächtigen gut ausgegangen. Es kann hierbei aber auch zu Gewalttätigkeiten und Verletzungen kommen.“ Rufen, um die Aufmerksamkeit Umstehender zu erregen, sei zwar grundsätzlich gut, sagt Ruffing.

Doch sollten Helfer in der Not neben aller Courage auch die womöglich schwerwiegenden Folgen ihres Eingreifens bedenken: „Man sollte schon versuchen, Tätern zu folgen, hierbei jedoch auf eine sichere Distanz achten und den Kontakt mit der Polizei suchen und möglichst halten, wenn man ein Handy bei sich hat.“


In Kürze
Einige Tipps der Polizei: Damit die dreisten Langfinger möglichst wenig Chancen haben, an ihre Beute zu kommen, gibt die Polizei den Bürgern wichtige Tipps: Nehmen Sie nur soviel Bargeld mit, wie unbedingt notwendig; wenigstens Geld, Kreditkarten, Schlüssel und Ausweispapiere nicht in der Handtasche bei sich tragen, sondern in geschlossenen Innentaschen der Kleidung und am Körper verteilt; in jedem Gedränge besonders aufmerksam sein und bewusst auf Taschendiebe achten; statt einer Handtasche lieber Brustbeutel oder eine Gürteltasche benutzen; Hand- und Umhängetaschen verschlossen auf der Körpervorderseite oder unter den Arm geklemmt tragen; Handtasche nicht nur im Freien, sondern auch in geschlossenen Räumen wie Restaurants oder Geschäften nicht an Stuhllehnen hängen oder einfach unbeaufsichtigt lassen; beim Einkaufen die Geldbörse nicht obenauf in Einkaufstasche oder –korb tragen. hcr

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