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Bürgerforum setzt sich fürs Pflaster auf dem Saarbrücker St. Johanner Markt ein

Ulrike Donié weiß, dass die Diskussion nicht einfach ist. Natürlich, sagt die Vorsitzende des Saarbrücker Bürgerforums, müsse das Stadtplanungsamt alles tun, was möglich ist, um den St. Johanner Markt behindertengerecht zu gestalten. Aber nach einigen Diskussionen um die Gestaltung der Kaltenbachstraße, also eines wesentlichen Teils des Markts, warnt Donié vor der Umsetzung von „Maximalforderungen“.

Dass der Künstler Paul Schneider bereit sei, das von ihm gestaltete Pflaster als Kunstwerk aufzugeben, um behindertengerechten Wegen Platz zu machen (die SZ berichtete), ist für Donié kein Grund, den Markt im Kern zu verändern. Und: Dass es als „Großherzigkeit“ des Künstlers bezeichnet werden könne, wenn „Kunst im öffentlichen Raum, die von den Bürgern angenommen, wenn nicht gar geliebt wird, vom Künstler zur Disposition gestellt“ wird, „das möchte ich sehr in Zweifel ziehen“.

Der Sanierungsvorschlag der Stadt, zwar behindertengerechte Durchgänge zu schaffen, das Pflaster aber so wenig wie möglich anzutasten, „scheint gut durchdacht und überzeugt durch den einfühlsamen Versuch, einen Konsens zu finden zwischen Behindertengerechtigkeit, ursprünglicher Gestalt und berechtigten Anliegerinteressen“, findet Donié. Die Richtung müsse sein: „Eine Maximalforderung – gleich aus welcher Richtung – darf hier im Interesse der Bürgerschaft, die sich diesen Platz, wie die Geschichte belegt, erobert, genauer: zurückerobert hat, nicht unterstützt werden.“

Auch Josef Baulig, der Leiter des Denkmalamtes, hatte neulich vor einer „Maximalforderung“, wie sie etwa der Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter aufstellte, gewarnt.

Bei aller Sympathie für die Arbeit des Stadtplanungsamts in dieser Sache hat Donié aber auch eine kritische Frage an die Stadtverwaltung. „Wie konnte ein solcher Zustand, den man im Falle Kaltenbachstraße zu Recht als ,umgepflügt' bezeichnen kann, überhaupt entstehen?“ Sie rät: „Eine gut durchdachte Regel entwickeln für jede Art von Eingriff in die Pflasterfläche. Vorschlag: Öffnen, Sichern der Steine, Reparatur und sofortige Wiederherstellung der Pflasterfläche im alten Original-Muster.“ Die Methode, „Kleinstbaustellen zu sammeln bis es sich lohnt“, mache „aus kleinen Flicken einen großen Flickenteppich in den Ausmaßen einer Großbaustelle“.
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