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Bürgernah: Sprechstunde in Staatskanzlei kommt an

Saarbrücken. „Ich kann keine Wunder versprechen“, warnt Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) bei ihrer ersten Bürgersprechstunde am Samstag. Ihr Ziel sei es, „Barrieren und Hemmungen“ abzubauen und „in unmittelbaren Kontakt“ mit den Bürgern zu treten. Lärmende Kampfjets, Fachkräftemangel im Pflegebereich, Probleme bei der Elternzeit: Die Themen-Palette der Anliegen sei bunt, die Gespräche sehr interessant, sagt sie. Zwölf von 72 Bewerbern wurden im Vorfeld nach zeitlicher Dringlichkeit ihrer Anliegen ausgewählt und in die Saarbrücker Staatskanzlei eingeladen. „Natürlich kann ich nicht jedem Vortragenden sofortige Abhilfe versprechen, aber das erwartet auch keiner“, so Kramp-Karrenbauer. „Die Bürger kommen mit realistischen Erwartungen hierher.“

Sich ernstgenommen fühlen

Generell begegne sie den Problemen mit zwei Ansätzen. „Wir schauen, ob wir in Einzelfällen konkret helfen können, oder ob dahinter ein strukturelles Problem steckt.“ Eines dieser Strukturprobleme beschäftigt Patrick Eckert (30) aus St. Ingbert. Der Altenpfleger beklagt den pflegedienstlichen Fachkräftemangel. „Frau Kramp-Karrenbauer will Kontakt mit dem Sozialund dem Gesundheitsministerium aufnehmen und die verschiedenen Lösungskonzepte mit den Verantwortlichen noch einmal besprechen“, erzählt Eckert. Das Personalproblem sei nicht innerhalb eines Jahres lösbar, aber er fühle sich ernst genommen und sei „zufrieden, dass hier nach Lösungen gesucht wird“.

Für Kramp-Karrenbauer liegt hier eine der Ideen der Sprechstunde: „Für mich ist die persönliche Rückmeldung interessant, wie Herr Eckert selbst seine Arbeit empfindet, um das auch in Gespräche mit der Pflegegesellschaft mit einfließen zu lassen.“

"Frau Kramp-Karrenbauer hat uns als Innenministerin schon einmal geholfen"

Auch Katrin Hanowski (45) aus Losheim und Holger Marzen (49) aus Primstal, beide von der Bürgerinitiative gegen Fluglärm, Bodenlärm und Umweltverschmutzung, durften ihr Anliegen im Büro der Ministerpräsidentin vortragen – jedoch nicht zum ersten Mal. „Frau Kramp-Karrenbauer hat uns als Innenministerin schon einmal geholfen, von Mai bis September eine 21 Uhr-Grenze für Flugübungen festzulegen“, sagt Marzen. „Nun hoffen wir, Detailverbesserungen unter anderem für die Ferienzeit vornehmen zu können.“

Seit zehn Jahren kämpft die Initiative gegen Lärm durch Militärmaschinen im Saarland, der Eifel und der Westpfalz. Kramp-Karrenbauer will nun mit ihren Kontakten zum Innen- und zum Verteidigungsministerium helfen. Katrin Hanowski ist nach dem Zwanzig-Minuten-Gespräch, das jedem zugestanden wird, zufrieden. „Sie vermittelt uns, dass sie ein offenes Ohr hat und will nun sehen, was am erfolgsversprechendsten ist.“

Für viele Menschen sei es eine Erleichterung, ihre Probleme überhaupt mal vortragen zu können, sagt Kramp-Karrenbauer. „Das Gefühl zu haben: Da hört mir auch mal jemand zu.“ In weiteren Bürgersprechstunden möchte sie weitere der 60 Bewerber anhören, ehe man sich im kommenden Jahr auf neue Termine bewerben kann.

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