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Büschfeld: Saargummi- Mitarbeiter bangen um ihr Weihnachtsgeld

Das bislang nicht ausgezahlte Weihnachtsgeld für die Mitarbeiter von Saargummi und die Zukunft des Werkes in Büschfeld waren Themen bei der Betriebsversammlung am vergangenen Samstag.

Von SZ-Redakteurin Margit Stark


Büschfeld. Werden die rund 1000 Beschäftigten von Saargummi doch noch Weihnachtsgeld erhalten? Wenn ja, wie viel? – Fragen, die noch geklärt werden. „Die Verhandlungen darüber laufen zurzeit“, sagte gestern Finanzchef Dieter Raschke auf SZ-Anfrage. Mitte November hatte die Geschäftsführung des angeschlagenen Autozulieferers per E-Mail mitgeteilt, „dass kein Weihnachtsgeld ausgezahlt wird“ – eine Ankündigung, die zu einer Protestaktion geführt hatte.

Das bislang nicht ausgezahlte Weihnachtsgeld und die Zukunft des Werkes in Büschfeld waren auch Themen bei der Betriebsversammlung am Samstag. Für Frank Rolle von der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) steht fest: Die Jahresleistung steht den Mitarbeitern tariflich zu. „Sie ist keine freiwillige Leistung, sondern Geld, das eingefordert werden kann.“ Werde es nicht ausgezahlt, sei das ganz klar ein Bruch des Tarifvertrages. Wenn Mitarbeiter zur Durchsetzung ihrer Forderung den Rechtsweg einschlagen wollten, biete die IGBCE Rechtsbeistand an, ergänzt der stellvertretende Bezirksleiter Rolle. „Die meisten Leute haben ihr Weihnachtsgeld schon verplant – sei es zum Begleichen der Heizölrechnung oder der Versicherungen, die im Januar und Februar fällig werden.“

Zudem hätten die Arbeitnehmer längst ihren Beitrag zur Unterstützung des Werkes geleistet – eine hohe Arbeitszeit-Flexibilität eingeschlossen. Dazu komme die enorme Angst der Arbeitnehmer vor Kündigungen. Im Frühjahr hatte die Unternehmensführung den Abbau von bis zu 300 der damals rund 1200 Stellen bei Saargummi angekündigt.

180 Mitarbeiter hätten den Betrieb bereits verlassen. Weitere 100 Kündigungen stünden noch aus, so Rolle. Bereits im Sommer habe die Belegschaft den Verzicht auf 20 Prozent des Weihnachtsgeldes angeboten, sagt Betriebsratsvorsitzender Harald Hero.

Zu einer Vereinbarung darüber sei es aber nicht gekommen. Natürlich sei da das Ärgernis groß, wenn den Leuten die Jahresleistung vollkommen vorenthalten werde. Eine weitere Forderung des Betriebsratsvorsitzenden an die Unternehmensleitung: so schnell wie möglich das Gesamtpaket der geplanten Restrukurierung auf den Tisch zu legen, damit Klartext geredet werden könne.

Schnellstmöglich ein zukunftsfähiges Sanierungskonzept vorzulegen, mahnen auch die Fraktionen von CDU und SPD im saarländischen Landtag von der Unternehmensleitung an. Zudem solle sie sich klar zu den Saargummi-Standort im Hochwald bekennen.

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